Liebe Schwestern und Brüder,
wir Christen sind uns bewusst, dass wir nicht allein unterwegs sind. Auf unserem Erdenweg hilft uns die Kirche, die Jesus Christus selbst gestiftet hat und deren Haupt er ist, die Richtung des Weges und vor allem diejenigen zu erkennen und zu finden, die mit uns auf dem Weg sind. Die Kirche und der durch sie überlieferte Glaube sind für uns die Richtschnur für unser Verhältnis zu Gott und zum Mitmenschen. Anders und besser ausgedrückt durch Jesus selbst: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lk 10,27)
Die Kirche ist das „wandernde Gottesvolk“, so sagt es das II. Vatikanische Konzil. Das bedeutet aber nicht nur einen gegenwärtigen Vorgang, sondern auch eine Bewegung durch die Zeit, durch die Jahrhunderte, Jahrtausende. Vor uns gab es Christen in der Nachfolge Jesu und die wird es auch noch nach uns geben. Durch Jesus Christus sind wir auch mit denen verbunden, die uns bereits vorausgegangen sind. Menschen, die wir noch persönlich gekannt haben, unsere direkten Vorfahren und mit denen wir uns so noch verbunden fühlen. Andere sind uns durch die Tradition, ihre Lebensgeschichte, ihr Glaubenszeugnis, ihre Predigten, Schriften und Werke bekannt – sie verbinden uns mit den Christen aller vorangegangenen Zeiten. Einige dieser Menschen werden als Heilige verehrt. Von denen dürfen wir davon ausgehen, dass sie bereits im Himmel sind und Fürbitte für uns halten. Als solche werden Sie auch als Patrone, - als Beschützer und Fürbittende –für unsere Kirchen zugeordnet.
Ein wichtiges Fest ist daher das Patronatsfest einer jeden Kirche. Am kommenden Sonntag feiern wir in der Gemeinde St. Theresia vom Kinde Jesu das Patronatsfest – deren Gedenktag ist der 1. Oktober. Die Heilige Theresia von Lisieux hat eigentlich nichts Besonderes vollbracht, die junge Frau ist im Alter von 24 Jahren gestorben und hat von sich gesagt, dass sie eigentlich nichts anders kann, als Beten. Sie ist den „kleinen Weg“ gegangen, unspektakulär, betend und auf Jesus ausgerichtet. Darin ist sie uns ein Vorbild. Deshalb ernannte sie Papst Johannes Paul II. 1997 zur Kirchenlehrerin. " Ich werde meinen Himmel damit verbringen, Gutes zu tun auf Erden. Nach meinem Tode werde ich Rosen regnen lassen." Son hat Theresia einmal gesagt. Deshalb wird sie oft mit einem Rosenstrauß im Arm dargestellt.
Für mich ist die heilige Theresia in der bedingungslosen Treue zu Christus und dem fast kindlich-naiven Glauben eine faszinierende Frau, von der ich zu lernen bereit bin.
Im Gebet verbunden
Ihr
Diakon Joachim Sponholz
