Impuls

Wort zum Freitag, 25.02.2022 Spring ins Kalte!

Bild: canva.com

Spring ins Kalte!

Kennen Sie Eckart von Hirschhausen und seine Pinguintheorie? Wenn nicht, suchen Sie das Video einfach mal bei YouTube. Noch immer kann ich über diese kleine Geschichte schmunzeln, aber auch aus ihr Kraft schöpfen. Vor mir stehen ein paar wichtige abschließende Prüfungen und da mein Kopf nicht mehr der jüngste ist, fällt mir das Lernen oft schwerer als gewünscht. Das lässt mich nicht verzweifeln, denn ich denke an die Pinguintheorie. Ein Pinguin ist schon ein witziges Tier. Er steht majestetisch auf dem kalten Eis, wohlgemerkt im Smoking, und hat viel zu kleine Flügel für seinen großen Körper. Und was ist das mit seinen Beinen? Warum hat er keine Knie? Na gut, er hat ja auch Flügel und fliegt nicht. Irgendwie könnte man meinen, da hat sich Gott nicht besonders viel Mühe gegeben. Hah – weit gefehlt! Haben Sie einen Pinguin schon mal schwimmen sehen? Das kann er richtig gut und dann denkt sich so ein Pinguin wahrscheinlich – was hat sich Gott bei uns Menschen wohl gedacht? Leben auf einem Planeten voller Wasser und ihre Fähigkeit zu schwimmen kommt an meine nie ran! Also war ich viel zu voreilig mit meiner Meinung über Pinguine und es lehrt mich zwei Dinge: Egal wie sehr sich ein Pinguin anstrengen würde, wie sehr er versuchen würde, sich zu verändern – er würde keinen Erfolg haben. Er würde trotzdem kein Löwe oder keine Giraffe werden. Das gilt auch für uns Menschen, denn auch sie ändern sich nur selten komplett und manche Sachen kann man sich halt besser merken und manche nicht. Das beruhigt mich. Gott wird schon wissen, warum ich mir manche Sachen ganz easy merken kann und bei manchen nach zwei Tagen einfach nur noch genervt das Buch zur Seite legen kann. Das zweite, was mir ein Pinguin sagen will, ist, dass ich viel zu schnell mein Urteil fälle, obwohl ich nur eine Situation gesehen habe. Und wie sehr ich damit komplett daneben liegen kann. Viel wichtiger ist das Umfeld in der ich die Situation erlebt habe und dann kann plötzlich alles einen Sinn ergeben. Alles bekommt einen neuen Glanz und strahlt ganz anders auf mich.

So kann ich mich auf die Suche nach meinen Stärken begeben und dabei Schwächen akzeptieren, denn ich weiß, irgendjemand auf dieser Welt wird das können. Ich muss nicht so sein wie die anderen, das wollte Gott auch nicht für mich. Also stärke ich meine Stärken und akzeptiere meine Schwächen. Als kleiner Trost: Sei Du selbst – denn von den anderen gibt es schon genug! Und wenn man sich mal wieder wie ein Pinguin fühlt, schau dich um, wo du bist. Wenn du dich da nicht wohlfühlst, probier was Neues und spring ins Kalte! Vielleicht klappt es da besser!?


Ich wünsche Ihnen, so von Pinguin zu Pinguin, eine wundervolle Zeit in Ihrem Element!

 

Ihre Anja Schmidt (Gemeindeassistentin)