Einführung:
Ich befinde mich gerade in einer Fortbildung, bei der die Orte/Räume in der Bibel wichtig sind. Es sind sowohl die äußeren Orte als auch die inneren Räume, die eine Bedeutung haben.
So ist es auch im Evangelium an Christi Himmelfahrt: Lk 24,46-53. Jesus sagt zu seinen Jüngern, an welchem Ort sie sich aufhalten sollen: „Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!“ Während ich dieses Evangelium lese, frage ich mich, ob ich immer an dem Ort bin, an dem Jesus mir die Kraft aus der Höhe verheißt. Oder, ob ich mir selber Orte aussuche, an denen es keine Kraft gibt. Orte, an denen ich aus mir selbst Dinge versuche, für die ich keine Kraft habe. Wie erkenne ich aber den Ort/den inneren Raum, an denen die Kraft aus der Höhe wirkt?
Dem möchte ich mit Euch in der heutigen Betrachtung nachgehen.
Ich lade Dich herzlich dazu ein, jetzt das Lukasevangelium 24,46-53 zu lesen.
Suche Dir einen Platz zu Hause aus, an dem Du betrachten möchtest. Nimm die Haltung ein, die Dir hilft, aufmerksam zu sein. Lies den Betrachtungstext langsam durch und bleibe dort stehen, wo Du eine innere Bewegung spürst. Erlebe, was sich in Deinen Gedanken, Vorstellungen und Gefühlen zeigt. Nimm Dir dafür Zeit.
Betrachtung zum Lukasevangelium 24,46-53
Jesus ist da, er begegnet Dir in deinem inneren Raum … Spüre dem nach ...
(Mache ein Kreuzzeichen, verneige dich oder werde dir anders der Gegenwart Gottes bewusst)
Auferstandener Jesus, ich danke dir, dass ich hier sein darf. All mein Denken, Fühlen und Handeln übergebe ich dir, um dir zu dienen und dich zu loben. Leite du die Begegnung in deiner Zärtlichkeit und Liebe.
Ich bitte dich, leite mich, Jesus. Zeige du mir meinen Ort. Mache mein Herz feinfühlig und für die Kraft aus der Höhe in meinem Leben empfänglich.
Stell dir vor, du bist einer der Jünger. Du bist draußen. Du gehst gerade mit den anderen Jüngerinnen und Jüngern nach Jerusalem. Dahin, wo Jesus es dir gesagt hat. Du spürst die Wärme, den leichten Wind. Du riechst die Felder, an denen ihr vorbeilauft.
Du erinnerst dich an Jesus, an den Ort, wo er dich gesegnet hat. An den Ort, an dem er in den Himmel emporgehoben wurde. Was fühlst du dabei?
Neben dir läuft ein anderer Jünger. Du schaust dir den Jünger an. Ihr fangt an, miteinander zu reden. Ihr sprecht darüber, was gerade in eurem Leben geschehen ist. Er erzählt dir von seinem Platz im Leben, seinem Jerusalem.
Wie sieht dein Platz im Leben aus? Ist das dein Platz?
Höre auf dein Inneres, höre auf dein Herz. Wo ist dein Jerusalem?
Die Jüngerinnen und Jünger empfinden Freude, als sie in Jerusalem ankommen.
Wo empfindest du Freude? Vertraue auf deine Intuition.
Zum Schluss sprich mit Jesus über deinen Platz im Leben.
Wohin und wozu lädt er dich ein?
(Beende die Kurzbetrachtung mit einem Vater unser oder anderem Gebet)
In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
