Impuls

Wort zum Freitag, 11.03.2022 Herr, gib Frieden!

Herr, gib Frieden!

 

Liebe Schwestern und liebe Brüder,

auf dem Bild ist die Kirche auf dem Berg der Verklärung im Heiligen Land zu sehen. Übermorgen, am Sonntag, hören wir aus dem Lukasevangelium von der Verklärung des Herrn: Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus mit auf einen Berg, um zu beten. Während sie dort waren, wurde Jesu Gewand leuchtend weiß.

Der Text des Evangeliums ist uns bekannt und da es am Sonntag vorgetragen wird, möchte ich hier nicht den gesamten Text wiedergeben, sondern den Blick nur auf den folgenden Satz aus dem Evangelium richten: Es ist gut, dass wir hier sind; Meister, lass uns hier drei Hütten bauen.

Diesen Satz hat Petrus zu Jesus gesagt. Petrus möchte bleiben, weil die Erfahrung der Nähe Gottes auf dem Berg so intensiv, so schön und erleuchtend war. Er wollte diese Erfahrung festhalten und auf dem Berg bleiben, an dem alles gut war, wo Himmel und Erde verbunden waren.

Wer sehnt sich gerade in diesen Tagen nicht nach einer Welt, die zumindest wieder einigermaßen in Ordnung ist. Der Überfall russischer Truppen auf die Ukraine, dieser Tod und Vertreibung bringende Krieg ist menschenverachtend. Er ist ein Angriff auf das Leben und die Freiheit der Menschen, die Werte der Demokratie und nicht zuletzt erheben sich die Kriegstreiber über den Willen Gottes, der das Leben der Menschen will. Durch den Kriegsbefehl machen sich die Verantwortlichen zum Herrn über Leben und Tod. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass immer dann, wenn der Mensch versucht, wie Gott zu sein, Leid, Not und Tod die Folgen sind. Unsere Gedanken sind bei den Menschen im Kriegsgebiet in der Ukraine und bei den Menschen, die auf der Flucht sind in andere Länder, um in Sicherheit zu sein.

Auch wenn wir den Krieg nicht beenden können, so sind wir doch nicht hilflos. Durch unsere Spenden können Hilfsangebote finanziert werden. Wir überlegen zurzeit auch, wie unsere Pfarrei und die Gemeinde Salvator ganz praktisch hier vor Ort helfen kann, wenn Menschen aus der Ukraine zu uns kommen. Auch das gemeinsame Gebet ist wichtig. Dabei wollen wir in Verbundenheit untereinander unsere Klagen und unsere Bitte um Frieden vor Gott unseren Vater bringen. Nach den Friedensgebeten am vorletzten Sonntag und am letzten Dienstag ist vorgesehen, dass regelmäßig zum Friedensgebet eingeladen wird: jeweils sonntags um 17.30 Uhr vor der Salvatorkirche.

Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein, die Welt ist unsicher geworden. In dieser unruhigen Zeit suchen wir Halt. Letzten Halt gibt es nur in unserem Herrn Jesus Christus, der den Menschen nahe sein will. Seht, ich bin bei euch alle Tage der Welt, wie es im Matthäusevangelium steht. Der Herr ist bei jedem Menschen in Not und Gefahr. Er geht jeden Kreuzweg eines Menschen mit. Er bleibt an der Seite, so wie er auch die Jünger vom Berg der Verklärung nicht allein losgeschickt hat: Geht hinab, ich bleibe hier auf dem Berg mit Mose und Elija. Nein, der Herr ist mit seinen Jüngern vom Berg herabgestiegen. Im Vertrauen auf die Nähe des Herrn lade ich Sie und Euch mit den Worten von Bischof Bätzing beim Eröffnungsgottesdienst der diesjährigen Frühjahrskonferenz der Bischöfe ein, für den Frieden zu beten:

 

Lasset uns beten:

 

Allmächtiger und barmherziger Gott, um deinen Frieden in unsere Welt voll Ungerechtigkeit und Gewalt zu bringen, hast du uns deinen Sohn als Retter und Heiland gesandt. Er hat sein Leben für uns gegeben, damit wir Versöhnung finden und als Geschwister füreinander da sind. Dein Heiliger Geist verbindet uns über alle Unterschiede hinweg in unserem Bemühen um Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlergehen unter den Völkern und für alle Menschen der einen Erde.

Erschüttert, verstört und tief getroffen stehen wir vor dir und rufen zu dir. Du bist unsere Zuflucht in Zeiten der Not. Du bist unsere Hoffnung im Angesicht eines Krieges,

mit dem ein ungerechter Machthaber die Menschen des freien Volkes der Ukraine überzieht und den Frieden in ganz Europa bedroht.

Herr, komm uns zu Hilfe, wir rufen zu dir: Schenke Kraft und Zuversicht den Menschen in der Ukraine und ihren Regierenden. Entreiße sie der kriegerischen Gewalt. Sieh die vielen, die aus Angst und Verzweiflung aus ihrer Heimat geflüchtet und deren Familien nun getrennt sind. Erbarme dich derer, die im Unrecht des Krieges bereits ihr Leben verloren haben.

Herr, unser Gott, mach ein Ende allen Kriegen und Auseinandersetzungen. Schenke Frieden und Zukunft und mach uns selbst zu Werkzeugen deines Friedens - Amen

 

Ihr und Euer Diakon
Benno Bolze