Mein Stern
Als Kind freute ich mich jedes Weihnachten über den überdimensionalen Herrnhuter Stern an der evangelischen Klosterkirche in Cottbus. Das helle Leuchten in der Nacht begleitete mich auf meinem Nachhauseweg vom Sport und am Morgen leuchtete der gelbe Stern mich zur Schule. Da wo ich jetzt wohne hat die evangelische Kirche an der Dorfaue den gleichen überdimensionalen Herrnhuter Stern.
Um Sterne kommt man in der Weihnachtszeit nicht herum. Wir basteln sie, wir stechen sie als Keks aus und auch ich habe in meinem Haus mehrere Herrnhuter Sterne hängen. Die Sternsinger unserer Gemeinde haben sich auch schon getroffen und bereiten sich sorgfältig vor. Und alles nur wegen dieses einen weltweit bekannten Weihnachtssterns, der laut Matthäusevangelium den Weisen aus dem Morgenland den Weg zum Kind wies. Oft wurde versucht den Stern wissenschaftlich zu belegen, gelungen ist es nicht. Es ist nicht wichtig zu beweisen, ob er existiert hat oder nicht, denn das führt nicht zum Kern der Sache. Biblische Erzählungen sind keine Berichte, sondern sie spielen mit Symbolen und vermitteln Botschaften. So wie ein Stern.
Auch heute finden wir Sterne überall in unserem Leben. Der Stern den jeder Mercedes vorn auf seiner Motorhaube hat, die Fußballfans unter uns kennen die Championsleague Sterne im Vorspann, Europas Sterne, die Sterne auf Münzen vieler griechischer und römischer Könige und wenn ich an die Filmwelt denke, sehe ich etliche Stars und Sternchen. Der Stern – ein bekanntes Zeichen der Macht.
Und eben ein Stern weist uns den Weg zum Kind im Stall. Das Kind wird schon vor seiner Geburt mit dem Symbol der königlichen Macht ausgestattet und es deutet sich an, dass Jesus die Machtverhältnisse umkrempeln wird. Als Licht auf den Wegen von Armen, Schwachen und Benachteiligten. Ein König für alle!
Wenn ich dieser Tage nach Hause fahre, sehe ich schon viele Meter vor meinem Haus meinen gelben Herrnhuter Stern im Giebel leuchten. Er bringt mich nach Hause und er bringt mich zu ihm. Auch ein Zuhause. Er macht mir deutlich, dass ich jedes Jahr wieder auf dem Weg zu Jesus bin. Auch wenn ich vom Weg abkomme, komme ich spätestens in den Wochen vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag auf den Weg zurück und finde mein Ziel mit ihm bei ihm.
Dem Stern folgen
Sterne siehst du nur, wenn du das Dunkel wagst.
Heb deinen Blick und hab Geduld.
Vielleicht entdeckst du deinen Stern. Kannst du sein Zeichen deuten?
Weist er dir einen neuen Weg?
Laß los! Brich auf und folge ihm!
Vertraue deinem Stern. Er wird dich führen.
Er kennt dein Ziel, längst eh du selbst es weißt.
Führt dich aus Angst und Dunkel in Morgenglanz.
© Gisela Baltes
So wünsche ich Ihnen von Herzen eine gesegnete und hell erleuchtete Adventszeit.
Herzlichst, Ihre
Anja Schmidt (Gemeindeassistentin)
