Hört doch mal rein…
Gestern begann der Rosenkranzmonat Oktober, und morgen ist der Tag der Deutschen Einheit…was für ein großartiger Gedenktag. Der Tag der Deutschen Einheit jährt sich zum 30. Mal. Ich erinnere mich sehr gut an meine erste Fahrt im Auto auf der B96 nach „draußen“… Berlin war eine Insel. Ich bin auf dieser Insel groß geworden und mir war sonnenklar, das wird sich nicht ändern, - zu eingefahren waren die Fronten. Und gebetet haben wir, dass es keinen Krieg geben möge, der Berlin vereinnahmt.
Und nun gedenken wir des Mauerfalls (9. November), wie jedes Jahr am 3. Oktober. Ich war damals völlig sprachlos, ungläubig staunend, unsicher, ob das wirklich wahr ist, die Bilder vor dem Reichstag waren zu überwältigend… In Dankbarkeit fahre ich nun seit vielen Jahren auf der B273 durch das wunderschöne Havelland, die B96 nach Lichtenrade hinein oder die B5 aus Spandau wieder in das Havelland hinaus, und bin immer noch staunend. Ich werde nicht müde, jeden Morgen im Auto oder auch mal in der Bahn genau dafür zu danken, … für das Land, für die Landschaft, für diese Freiheit, für den Frieden.
Ijob spricht in der Lesung heute: „Ich lege meine Hand auf meinen Mund, einmal habe ich geredet, ich tue es nicht wieder.“ Gott ist immer größer…. und die Wege weiß keiner... das lehrt uns Vertrauen in das Unfassbare, Unmögliche, das Gott im Blick hat. Vielleicht macht es auch Mut für Visionen!
Pfarrer Stephen Duodu lädt uns oftmals ein, mit ihm ein „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ zu beten, wenn etwas Gutes geschieht, und wir etwas zu feiern haben. Da legen wir unseren Dank, unsere Freude, in die behütenden Hände Gottes und wir legen unsere Bitte um eine gute Zukunft in die sorgende Aufmerksamkeit von Maria. Tun wir dies doch morgen auch, am Tag der Deutschen Einheit, jeder für sich, wer mag… vielleicht mitbetend in der Musik…
Heute hört Ihr hier 5 „Ave Maria“-Vertonungen:
„Ave Maria“ Bach /Gounod von Kathleen Battle klassisch interpretiert, - die die innige Zartheit, (die der Verkündigung des Erzengels und dem Gesang von Elisabeth innewohnt) sehr gut nachempfindet. Ich habe sie in meiner Jugend als Sängerin geschätzt und bewundert:
„Ave Maria“ von Pietro Mascagni (nach dem „Intermezzo“ aus „Cavalleria rusticana“) ebenso gesungen von Kathleen Battle.
Doch auch Popsänger werden ruhig,(!) wie hier Helene Fischer mit David Garrett:
„Ave Maria“ von F. Schubert … oder etwas früher auch Barbra Streisand
Es ist für mich erstaunlich, wie dies manchmal gut gelingt in der säkularen Welt…
Als weiteres Hörbeispiel, das nicht den vollständigen Text des „Ave Maria“ transportiert, aber ebenso in ein inniges Gebet begleitet: „Ave Maria“ von Cacchini / Vladimir Vavilov gesungen von dem Jungen Ensemble der Maitrise de Notre Dame in Paris.
Viel Freude daran und auf Wiederhören in 4 Wochen. Passt gut aufeinander auf!
Eure und Ihre Sonja Schek, Kirchenmusikerin
