Ein wunderbarer Psalm steht heute in den Tageslesungen. Es ist der Psalm 34 mit den Versen 17 bis 23. Hier ist der zentrale Vers für mich: "Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen. Er hilft denen auf, die zerknirscht sind."
Wie viele Menschen haben in diesen Tagen auf der Flucht aus der Ukraine ihren Lebensmittelpunkt verloren? Wie viele Menschen kämpfen immer noch mit Spät-Folgen der Pandemie? Wie viele Menschen trauern in diesen Tagen um einen verlorenen lieben Menschen? Wie viele Menschen plagt ein Leid, von dem wir nicht wissen…? All jenen spricht König David als Psalmist diese trostreichen Worte zu, die im ersten Teil des Psalms 34 stehen: "Meine Seele rühme sich des Herrn, die Armen sollen es hören und sich freuen. Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen."
Nach zweieinhalb guten Klausurtagen der pastoralen Mitarbeiter unserer Pfarrei in Kirchmöser lasse ich die Erkenntnisse und die Begegnungen noch einmal dankbar Revue passieren. Auch wir haben gemeinsam den Herrn gerühmt. Es war Zeit für Begegnung und gearbeitet haben wir unter Anleitung an der Positionierung und Neustrukturierung von Arbeitsprozessen unter neuen Pfarreibedingungen. Durch die rotierende Anwesenheit der Priester in den Gemeinden der Pfarrei verändern sich für alle Beteiligten viele Abläufe. Das macht schon schwindelig beim Schreiben und sicher geht es Ihnen und Euch auch so beim Lesen. Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent*innen, sowie die Kirchenmusiker*innen übernehmen ihren Anteil an den weiten Feldern der geistlichen und pastoralen Aufgaben der Pfarrei, werden aber durch neu geschaffene Sprechzeiten an den Gemeindestandorten auch die Gemeinden beleben und hier Begegnung regelmäßig ermöglichen. Mir fällt dazu dankbar ein Lied ein, das beginnt: "Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander seh'n…"
Von dem Moderatorenteam, das uns hervorragend geführt hat, haben wir ein Lob erhalten für den wertschätzenden Umgang miteinander. Aus dem gleichen Antrieb der Be-Geist-erung, der Berufung, sind wir alle auf dem Weg, diese unsere Begeisterung mit Menschen zu teilen, sie zu wecken und zu stärken, ohne aus dem Blick zu verlieren, dass auch wir selbst immer wieder der Stärkung bedürfen.
Viele Pfarreimitglieder sind dazu berufen, andere im Glauben zu stärken. Viele Pfarreimitglieder haben ein Talent, Gotteserfahrungen in verschiedenen Formen Raum zu geben, haben ein Talent mit ihrem Glauben anzustecken. Viele verstehen Liturgie und Gemeinschaft als Ort des Spürbarwerdens der Gnade Gottes. Mögen WIR ALLE GEMEINSAM mit vereinten Kräften Glauben und Liturgie lebendig erhalten. Im Vers 9 im Psalm 34 heißt es deshalb auch: "Kostet und seht, wie gütig der Herr ist". In meinem ausgewählten Musikstück ist dies der Kehrvers: "Taste and see the goodness of the Lord". Spürt es, lasst Euch berühren, verinnerlicht und "schmeckt" die Güte des Herrn, lasst sie Euch - im wahrsten Sinne - auf der Zunge zergehen, - zum Beispiel beim Mitsingen des Psalms 34 mit Francesca La Rosa, deren Stimme ich Euch hier vor einiger Zeit schon einmal vorgestellt habe. Ein trostreicher Text ist dieser Psalm in nicht einfacher Zeit!
Am Schluss bitte ich Euch und Sie alle, die nicht mühelosen Veränderungen des Arbeitsprozesses des pastoralen Teams mit Eurem/Ihrem Gebet zu begleiten und zu unterstützen.
https://www.youtube.com/watch?v=h_4qpyGxh9Q
Bleiben Sie/bleibt gesund und achtsam und "taste and see the goodness of the LORD".
Ihre und Eure Sonja Schek, Pfarreikirchenmusikerin
