Impuls

Tagesimpuls 31.03.2020

Aus dem Homeoffice:
zwischen Telefonkonferenzen, Videochats und Handynachrichten

 

Irgendwie ist gerade alles anders. Nichts mit ins Büro fahren, von Kirchturm zu Kirchturm huschen und Menschen treffen, zusammensitzen oder -stehen und im Gespräch sein, Dienstbesprechung hier und Pfarrgemeinderat da, heute Jugendausschuss und morgen Pastoralausschuss, dazu klingelt auch das Handy und die Nachrichten sammeln sich im Messenger; ach so und es ist ja auch noch Gottesdienst und Gebetszeit. Soll ich Ihnen und Euch mal was sagen? Das fehlt mir! Ja, ganz im Ernst, mir fehlen all diese Aufgaben, Termine und vor allem die Begegnungen. Nein, ich will nicht rumjammern, ich mag es nur einfach mal sagen. Alles, was gerade geschieht, passiert im Dienst der Gesundheit, und ich halte die Auflagen für richtig und wichtig. Aber sie sind wirklich ein Einschnitt in die Arbeit, ein Eingriff in den Berufsalltag, der schwerfällt.

 

Zur Zeit ist es sehr anders: Da sind Telefonkonferenzen, und keiner weiß, wann er oder sie dran ist. Es gibt Videochats und Skypekonferenzen, die es an Übersichtlichkeit vermissen lassen. Statt Fortbildungen im Ordinariat oder an anderen Orten finden Webinare im Internet statt, wo man zu- und weggeschaltet wird. Die Absprachen, die getroffen werden, finde ich plötzlich in postalisch zu versendenden Umlaufbeschlüssen. Ganz ehrlich, das ist schon eine verrückte Zeit.

Ich bin froh, dass es die sozialen Medien und das Internet gibt, denn sie machen es möglich, dass wir auf ganz anderen Wegen miteinander und untereinander in Kontakt bleiben, ein echter Segen. Ich freue mich auch, dass sogar die Kirche gerade lernt, diese Medien wirklich nachhaltig zu nutzen. Sei es mit Impulsen, mit Gottesdienstvorlagen zum Zuhause-Feiern, sei es mit einem Livestream eines Gottesdiensts, sei es mit Audios, die mich wenigstens an den Ort bringen, wo ich sonst so gerne bin, seien es Posts und Nachrichten in Messengerdiensten, die Kommunikation erhalten. Das sind hoffentlich tolle Ideen und vielleicht auch gute Anregungen für das persönliche oder das familiäre Leben. Aber ganz ehrlich? Mir fehlen die persönlichen Begegnungen, die Kontakte von Mensch zu Mensch, das jemandem die Hand-Schütteln, der kleine Smalltalk auf noch so kurzen gemeinsamen Wegen. Ich freue mich schon jetzt auf die Zeit, wenn es statt des Blicks auf den Bildschirm wieder der persönliche Augenkontakt ist, wenn das Ohr zu der Stimme, die es hört, auch die Augen wieder ein Gesicht vor sich haben, ja, wenn wir uns einfach wieder sehen und erleben. Ich hoffe, dass ich Ihnen und Euch das einfach mal so sagen durfte, denn es war der Impuls, den ich heute für den Tagesimpuls in mir verspürt habe. Jaja, der Arbeits- und der Lebensalltag sind gerade sehr anders als sonst.

 

Im Gebet und in Gedanken, auch und gerade in dieser Zeit, miteinander verbunden, grüße ich Sie und Euch mit ganz lieben Segensgrüßen und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund!

 

Benedikt Zimmermann
Pastoralreferent