Begleitet von guten Mächten
Was ist für Sie der schönste Teil am Gottesdienst?
Ich freue mich immer ganz besonders auf den Segen. Nicht weil dann der Gottesdienst zu Ende ist und ich nach Hause gehen kann, sondern weil er mich in der Menge anspricht, mich sieht und mir den Wunsch ausspricht, geschützt zu sein. „Der Herr segne und behüte dich.“ Noch mehr mag ich es, wenn unser Pfarrer Lau auch „und all Eure Lieben“ einschließt. Das nehme ich mit nach Hause. Es trägt mich durch die Woche und ich fühle mich sicher und geborgen. Ich habe es bildlich vor Augen und es ist ein Geschenk, welches ich nur allzu gerne teile. Jedem einzelnen Menschen wendet Gott sich zu, blickt ihn freundlich an und jeder soll in seinem Frieden leben können. Das teile ich so gern.
Es ist der älteste Teil des Gottesdienstes. Die Formulierung reicht weit zurück bis zu Mose und Aaron. Gott selbst hat ihnen die Worte, die wir bis heute verwenden, mitgeteilt. Aaron und seine Nachfahren sollten den Segenswunsch dem Volk zusprechen – jeden Tag.
„Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ so steht es zu Beginn des Alten Testaments. Segen bedeutet Schutz, der Wunsch im Blickfeld des Vaters zu stehen und in seinem Frieden zu leben. Wer wünscht sich gerade jetzt nicht den Schutz des Vaters? Niemand möchte erkranken oder Familie und Freunde an diese Krankheit verlieren. Gott möchte uns unter diesen Segensschirm stellen und das Leben in Fülle sorglos genießen lassen. Dabei wird in seinem Segen deutlich, dass er nicht nur die segnet, die eh schon „perfekt“ sind. Gott ist allen gnädig und er ist zu Vergebung bereit. „Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten“ - ist es nicht eine schöne Vorstellung, wenn die wärmende Frühlingssonne, die unser Gesicht in diesen Tagen trifft, Gott selbst ist? Die Sonne tut meiner Stimmung gut und ich fühle mich gleich besser, wenn ich durch die Fenster am Morgen schaue und die Sonne steht am klaren Himmel. Ich übertrage das auf den Vater. Er schaut mich an, er wendet sich mir zu, er zaubert die Wärme und ein Lächeln auf die Gesichter meiner Familie. Es ist das freundliche Angesicht, welches in diesen für uns unverständlichen Zeiten den Überblick behält und uns den Frieden wahrt. Das deutsche Wort 'Frieden' ist aber in meinen Augen sehr eingeengt. Das hebräische Wort 'Schalom' gefällt mir viel besser. Im Hebräischen meint es Gesundheit, Wohlergehen, Abwesenheit von Streit und Krieg, die wohltuende Ordnung, in der wir uns als Menschen zurechtfinden. Das ist soviel mehr als das deutsche Wort Frieden und ich beginne zu staunen über die Vielfalt des Segens, den uns Gott schenkt. Zum Segen gehören die ausgestreckten Arme. Gott umarmt uns, wir sind geborgen in seinem Armen und seinen Worten. Zudem stellen wir den Segen unter den Schutz des Kreuzes. Im Schutz des Kreuzes schicke ich meine Kinder auf ihre täglichen Wege. Ein Kreuzzeichen auf die Stirn gezeichnet, schenkt ihnen den väterlichen Segen. Jesus ist unser aller Friede und für mich die deutlichste Segensspur in meinem Leben, in Ihrem Leben und in der ganzen Welt. Darauf vertraue ich jeden Tag auf's Neue. Gibt es etwas Schöneres?
So wünsche ich Ihnen den Segen Gottes und hoffe er zeigt sich wirksam in Ihrem Leben. Immer wieder neu. Seien sie eine Segen für die Menschen, die sie lieben und für die Menschen, die Sie lieben. Seien Sie großzügig und verschenken Sie den Segen des Vaters. Mögen Ihre Tage erfüllt sein mit Gottes Segen und möge er Ihnen Heil bringen.
Herzliche Grüße, Ihre Anja Schmidt,
Gemeindeassistentin
