„Ohne Maria geht es einfach nicht!“-
Der Marienmonat Mai steht vor der Tür.
Der Marienmonat Mai steht vor der Tür. Es ist der sogenannte Wonnemonat, es ist der Monat der Maiandachten, es ist der Monat des Aufblühens und vielleicht ist es in diesem Jahr auch der Monat, in dem so manches wieder etwas einfacher wird. Aber wer von uns weiß das schon. Doch eines ist sicher: Mai ist der Monat Mariens, der Monat der Königin der Apostel, wie Vinzenz Pallotti sie liebevoll und anerkennend nannte.
Es ist der Monat der Frau, die leiblich in den Himmel aufgenommen wurde und für die wir am 15 August das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel feiern. Dies ist ein Ergebnis des am 1. November 1950 durch Papst Pius XII. verkündeten Dogmas der römisch-katholischen Kirche. Mich treibt das gerade um, und ich möchte Sie und Euch an meinen Gedanken dazu teilhaben lassen.
Es mag schwierig klingen, doch ist es eigentlich ganz einfach. Wir feiern also ein Fest, ein Fest der leiblichen Aufnahme einer durch und durch menschlichen Frau in den Himmel. Maria hat durch ihr vorbildliches Leben, ihr selbstloses Handeln und nicht zuletzt durch ihr bedingungsloses JA zu Gott wie zum Leben eine einmalige Position. Aus diesem Grund kann nur SIE uns vormachen, wie es gelingen kann, ganz zu Gott zu kommen. Der Apostel Paulus hat in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth geschrieben, dass Gott uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, der uns Bruder und Freund ist. Doch niemals hätte dies gelingen können, hätte nicht Maria uneingeschränkt JA gesagt. Mit der Antwort „Mir geschehe nach Deinem Wort!“ hat Maria erst das irdische Leben Jesu möglich gemacht. Sie hat ihn zur Welt gebracht und ihn als Mensch leben und wirken lassen. Im Evangelium des Festtages heißt es, dass eine Frau Jesus auf genau diese Tatsache aufmerksam machen wollte, wenn sie ihm zuruft: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.“ Man könnte meinen, dass er dies abtut, indem er ihr antwortet „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ Aber er tut es nicht ab, er verweist vielmehr auf die Kraft Gottes, die auch Maria Kraft war, all das, was sie getan hat, tun zu können. Wer auf Gottes Wort hört und es befolgt, wird glücklich, gar selig werden.
Das ist manchmal gar nicht so leicht, vor allem für uns Menschen, die wir immer wieder auf Zeichen, auf Beweise, auf Vorgaben warten, die uns erklären, was wir tun sollen. Maria hat all das nicht gebraucht, sie hat bedingungslos Antwort gegeben, hat Gott vertraut und so mit ihrem Leben ein eigenes Zeichen gesetzt. Sie kann uns den schwer verständlichen Beginn der Lesung des Festtags erklären, wo es heißt: „Wenn sich dieses Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg.“ Mit ihrem Leben hat sie ihre Aufnahme in den Himmel vorbereitet, ganz ohne das zu erwarten oder zu fordern. Mit ihrer Aufnahme geschieht die Aufnahme einer ganz und gar menschlichen Frau, also wird das Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet. Es ist der Sieg des Lebens über den Tod. Der Tod hat bei ihr keine Chance, er wird verschlungen vom Leben, das bleibt in alle Ewigkeit.
Das mag uns Menschen immer wieder schwerfallen, nachzuvollziehen, es ist vielleicht zu glauben, doch schwer ist es alle Mal. Weil wir Menschen auf Zeichen, auf Beweise angewiesen sind, gibt es die Tradition der Kräuterweihe am Fest Mariä Aufnahme in den Himmel. Aber warum Kräuter? Wie sollen Kräuter uns zum Zeichen, zum Beweis dienen? Wofür stehen die Kräuter, die wir an diesem Tag weihen?
Kräuter haben die Frauen in Marias leerem Grab entdeckt und so erfahren, dass SIE ganz und gar, leicht, mit „Schuhen und Strümpfen“ - wie man so schön sagt -aufgenommen worden ist in den Himmel.
Kräuter sind von aller Zeit in und als Schöpfung Gottes zum Leben und zur Heilung geschaffen und gewollt. Kräuter sind die Heilmittel, die sich der Mensch seit aller Zeit zu nutze gemacht hat. Dies galt nicht nur damals, sondern es gilt bis heute. Die Kraft der Natur macht sich der Mensch zu eigen, um Heil und Heilung an seines gleichen und am Tier zu wirken, so wie Gott es durch seine Liebe zu tun vermag.
Dies alles soll uns in der Kräuterweihe vor Augen geführt werden. Die Kräuter wollen uns aufrufen, zu vertrauen, so wie Maria es getan hat. Ja zu sagen zu Gott, zu Gottes Schöpfung und zum Heil, das Gott an und durch uns wirken will.
Der Marienmonat Mai steht vor der Tür und wir loben und preisen Maria für ihr Leben und Wirken. SIE ist uns vorangegangen ist. Sie hat uns Menschen den Weg in den Himmel bereitet, eben ganz als Mensch. SIE ist unsere Vor-Gängerin und unser Vorbild, die Heil und Heilung in besonderer Weise erfahren und uns ermöglicht hat – damals, heute und in Zukunft. Im August, wenn wir das Fest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ feiern, können wir auf den Mai als besondere Vorbereitungszeit zurückschauen und sagen: Folgen wir Ihrem Beispiel, denn mit IHR ist Leben bei Gott, vereint mit Jesus Christus in der Heiligen Geistkraft – komme, was kommt.
Im Gebet und in Gedanken miteinander verbunden, grüße ich Sie und Euch auf die Fürsprache der Königin der Apostel ganz herzlich und wünsche von Herzen:
Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund! Halleluja!
Benedikt Zimmermann,
Pastoralreferent
