Impuls

Tagesimpuls 13.04.2020

Bild: Martin Manigatterer In: Pfarrbriefservice.de

Wenn Menschen spazieren gehen, dann…!
Über Emmaus, Panama und innere Spaziergänge

 

Liebe Salvatorgemeinde,
liebe Freund*innen rund um Salvator-Lichtenrade,
liebe Besucher*innen unserer Homepage,
liebe innere und virtuelle Spaziergänger*innen!

 

Wenn Menschen spazieren gehen, dann…!

Dann kann schon viel passieren, wenn Menschen so nett spazieren gehen und sich über Gott und die Welt unterhalten. Aber wie viel kann solch ein Spaziergang nutzen, wenn es darum geht, einfach wegzulaufen vor der Realität des Lebens? Bekomme ich und bekommen wir dann wirklich mit, was Sache ist, oder schlägt die sprichwörtliche Blindheit zu?

Die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus scheinen wahrlich beispielhaft zu sein. In ihrer Trauer und Angst bekommen sie von der Freude und Hoffnung dessen, was sich um Jesus ereignet hat, gar nichts mit.

Die Jünger sind unterwegs nach Emmaus, als ihnen ein Dritter begegnet. Jemand, den sie kennen, aber nicht erkennen. Doch was man ihnen lassen muss, ist, dass sie zumindest davon berichten können, was in Jerusalem geschehen ist. Und was sie dafür bekommen, ist ein unglaubliches Geschenk. Jesus legt ihnen die Heilige Schrift aus. Sie dürfen von den Propheten bis zum Zeitpunkt ihres Weges und auch darüber hinaus begreifen, was die Geschichte des Glaubens ausmacht.

Doch Worte sind offensichtlich nicht zielführend. Die Erkenntnis braucht vielmehr Zeichen. Zeichen, die uns Menschen damals wie heute verstehen und begreifen lassen, was das Fundament unseres Lebens sein kann. Das Angebot der Liebe Gottes an uns Menschen wird für die zwei mit Blindheit geschlagenen Jünger erst in der Mahlgemeinschaft, im Brechen des Brotes, deutlich. Und dann brennt plötzlich ihr Herz.

Nicht die bloße Auslegung der Schriften vermag das; nein, es ist die Zuwendung zueinander, die Gemeinschaft miteinander, die damals wie heute unter Zeichen stehen: Kreuz, Brot, Wein, das Reichen der Hände, Versöhnung und vieles mehr. In der Verbindung von Wort und Zeichen liegt die frohe und freimachende Botschaft der unendlichen Liebe Gottes zu uns Menschen. Und wie sehr Gott uns Menschen liebt, das durften wir gerade wieder in der Karwoche und an Ostern neu erfahren.

Wir Menschen müssen scheinbar oft auf dem Weg sein, naja eben spazieren gehen, und auf diese Weise das neu entdecken, was uns eigentlich doch schon lange bekannt ist.

Paulus sagt in der Lesung, das Evangelium sei der Grund, auf dem ihr steht. Aber es ist nur das tragfähiger Grund, was auch zur Erkenntnis führt. Das heißt, es muss uns unmittelbar angehen und betreffen.

Es ist der Glaube an den auferstandenen Jesus, der uns innere Heimat sein will und kann. Diese Heimat dürfen wir immer wieder neu erkennen und begreifen. Und gerade der Gang der Jünger nach Emmaus kann uns diese Suche nach Heimat im Glauben verdeutlichen.

 

Sie kennen oder Ihr kennt wahrscheinlich alle die Geschichte des Dichters Janosch vom kleinen Bär und dem kleinen Tiger. Die beiden machen sich auf in das Land ihrer Träume: nach Panama. Am Ende ihrer Wanderung landen sie wieder zu Hause, und der kleine Bär und der kleine Tiger erkennen ihre Heimat als das gesuchte Land ihrer Träume.

 

Ist es vielleicht unsere Aufgabe, unser Auftrag an diesem Ostermontag des Osterfestes 2020 die Schönheit unserer Heimat im Glauben neu zu entdecken? Das ist dieses Jahr sicherlich nicht ganz so einfach, aber es kann und wird gelingen, denn Gott ist mit uns. Auf diese Zusage vertraue ich, denn der Herr ist auferstanden, Er ist wahrhaft auferstanden, Halleluja!

Ich lade Sie und Euch ein, diesem Gedanken einmal nachzuspüren. Im neuen Gewand der Osterereignisse kann unser Glauben endlich genau so jung leuchten und in uns wirken, wie er eigentlich ist: Der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja – und vielleicht sind ja auch wir IHM begegnet! HALLELUJA!

 

Im Gebet und in Gedanken miteinander verbunden, grüße ich Sie und Euch ganz herzlich und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund! Halleluja

 

Benedikt Zimmermann,
Pastoralreferent