Impuls

Tagesimpuls 02.05.2020

Hl. Athanasius

Meine liebe Gemeinde,


heute begegnen wir wieder einem der bedeutendsten Kirchenlehrer der alten Zeit, dem Heiligen Athanasius mit dem Beinamen „der Große“. Er wurde im Jahr 295 n. Chr. geboren. 318 wurde er Diakon des Patriarchen Alexander von Alexandrien und begleitete ihn 325 zum Konzil von Nizäa, das ganz im Zeichen der Bekämpfung des Arianismus stand. 328 n. Chr. wurde er zum Erzbischof des einstigen großen Zentrums des christlichen Glaubens und der christlichen Kultur ernannt - der kosmopolitischen Stadt Alexandrien in Ägypten.


Als kleiner Junge hatte er in die ägyptische Wüste hinausgehen können, wo er den großen Heiligen Abt Antonius, den Einsiedler, traf, nach dem der Franziskaner Antonius von Padua seinen Namen erhielt. Die Wüstenväter, wie Antonius, zogen sich in die Stille und Härte der Wüste zurück, um eine innige Vereinigung mit dem Herrn zu suchen. Viele Menschen gingen in die Wüste, um die Wüstenväter zu treffen, um mit ihnen zu beten und spirituellen Rat zu erhalten.

Athanasius war wie der Wüstenvater ein Mann von großer Heiligkeit, der sich gegen den Irrtum von Arius stellte. Athanasius sah sich nicht nur den feindlichen Angriffen des Teufels, sondern auch seiner Bischöfe, Priester, Richter, Kaiser und Intellektuellen ausgesetzt, die in einen Irrtum geraten waren. Als Bischof wurde er fünfmal von arianischen Häretikern aus seiner Diözese verbannt und verbrachte 17 Jahre seines Lebens im Exil. Doch aus dem Exil schrieb er weiter gegen die Häresie und lehrte den wahren Glauben.

Die arianische Häresie behauptete, dass Jesus der größte Mann war, der je gelebt hat, aber der Titel „Sohn Gottes“ konnte auf Jesus nur so angewendet werden, wie er auf die großen Männer des Alten Testaments oder auf jeden angewendet werden kann, der den Willen Gottes getan hat. Also leugneten die Arianer die Göttlichkeit Christi, dass Jesus wahrhaft Gott und beständig mit dem Vater war. Obwohl diese Häresie 325 vom Patriarchen von Alexandria und vom Konzil von Nicäa schnell verurteilt wurde, verbreitete sich der Arianismus wie ein Lauffeuer, insbesondere unter Männern der Macht, einschließlich des Kaisers. Mit seinen zahlreichen Schriften wurde Athanasius zu einem bis heute einflussreichen Theologen, der unser Verständnis von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sowie von der Einheit und Gleichheit von Vater und Sohn auch sprachlich geprägt hat. Im Jahr 373 starb er in Alexandrien.  

Meine liebe Gemeinde,
ich glaube, es gibt Zeiten, in denen es so aussieht, als ob wir allein stehen, wenn wir den katholischen Glauben verteidigen oder ausüben. Aber wir sind niemals wirklich allein, wenn wir für die Wahrheit eintreten. Wir sind immer verbunden in Gemeinschaft mit den großen Vätern der Kirche, mit den Aposteln und dem Herrn selbst, der sich Wahrheit nannte. Wer glaubt, ist nie allein sagt Papst Benedict XVI. In einer Zeit des kulturellen Relativismus und des moralischen Irrtums sind alle Getauften gerufen, die Wahrheit Christi zu predigen. Als Christen versuchen wir mit der Kraft Gottes und Ausdauer, den wahren Glauben zu verteidigen, wie damals der große Heilige Athanasius.


„Wir glauben… an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.“ Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel. Jesus Christ ist wahrer Mensch und wahrer Gott.


Wie immer lade ich Sie/Euch ein, ein Gebet um geistliche Berufe aus dem Gotteslob - Nr. 21, 3 - zu beten:
„Herr Jesus Christus, du hast Männer und Frauen berufen,
 Alte und Junge, Arme und Reiche, dass sie dir nachfolgen und so das Leben gewinnen.
Durch dich danken wir dem Vater im Heiligen Geist:
dass immer neu Menschen in Taufe und Firmung den Geist empfangen,
dass sie als Kinder Gottes gestärkt sind für ihre Aufgaben in Kirche und Welt.

Wir bitten dich für die Kirche unseres Bistums:
Lass sie nicht ihren Auftrag vergessen, die Gläubigen in ihrer Berufung zu fördern
und vor allem den jungen Menschen zu helfen, deinen Ruf zu entdecken.

Du, Herr, kennst unsere Not.
Wir brauchen die Verkündigung deines Evangeliums,
die Erfahrung deiner Gegenwart in der Eucharistie
und in den anderen Sakramenten.

Herr, wir bitten dich von ganzem Herzen:
Schenke uns Priester, die unter der Führung des Heiligen Geistes dein Wort verkündigen,
die den Armen und Kranken, den Heimatlosen und Notleidenden beistehen,
die Gemeinden leiten und das Volk Gottes heiligen.

Lass sie ihrer Berufung treu bleiben.
Denn du bist der Hirt deines Volkes, du bist unsere Hoffnung in Ewigkeit. “
Franz Kamphaus (*1932)
Ein gesegnetes Wochenende wünsche ich Euch/Ihnen und bleibt behütet! Im Gebet sind wir immer verbunden.


Ihr/Euer
Stephen Kwasi Duodu
Pfarrvikar