Impuls

Tagesimpuls 02.04.2020

Eitelkeiten und der liebe Gott:
eine Begegnung mit dem Tagesevangelium

 

An den Anfang meines heutigen Impulses stelle ich das Evangelium des heutigen Tages. Ein Text, der mich beschäftigt. Jetzt könnte ich sagen, dass es daran liegt, dass er aus meinem Lieblingsevangelium stammt, nämlich aus der frohen und freimachenden Botschaft von Johannes. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn es ist allem voran der Inhalt, der mich umtreibt.

Nehmen Sie sich beziehungsweise nehmt Euch doch mal kurz Zeit, diesen Text zu lesen!

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden:

51Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.

52Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.

53Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?

54Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.

55Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.

56Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.

57Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?

58Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.

59Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

(Johannes 8, 51-59)

 

Da geschieht etwas, was mich zutiefst bedrückt, was mich sogar ärgerlich macht. Da nehmen Menschen sich selbst so wichtig, dass sie nicht erkennen, worum es eigentlich geht. Da handeln Menschen einzig und allein aus dem eigenen Selbstverständnis heraus, ohne die lebensnotwenigen Beziehungen in den Blick zu nehmen. Da motiviert Menschen der eilige Geist, nämlich allein der Zeitgeist und in keiner Weise die Geisteskraft Gottes. Menschen lassen sich blenden und sind verständnislos für das, was ihnen und uns geschenkt und zugesagt wird. Und nur weil sie nicht in der Lage sind, zu verstehen, greifen sie zum Mittel der Gewalt: Einsicht? Fehlanzeige! Die Erbsenzähler unter den Schriftgelehrten sind nicht in der Lage, die Deutung der Worte der Propheten zu verstehen. Sie hängen an Alterszahlen und verstehen nicht die tiefe, freimachende Botschaft, die sich dahinter verbirgt. Die Selbstoffenbarung Jesu schenkt ihnen nicht Hoffnung, sondern lässt sie wütend und aufrührerisch werden. Die eigene Sicherheit und damit die Behauptung des eigenen Selbst stehen ihnen im Weg.

Für mich persönlich ist dieser Text die Einladung, mir der liebenden Zuwendung Gottes bewusst zu werden. Er macht mir deutlich, wie wichtig eine gesunde und gelebte Gottesbeziehung ist. Er führt mir vor Augen, dass Gott mir meine Würde schenkt. Er erinnert mich immer wieder daran, dass die Geisteskraft Gottes mich antreiben und bewegen soll. Aus meiner lebendigen Gottesbeziehung, aus meiner im Gebet immer wieder zu vertiefenden Spiritualität darf ich erfahren und erkennen, dass nicht das Urteil anderer (Menschen) meinen Wert ausmacht, sondern das Geschenk der Gnade Gottes: seine liebende Zuwendung, sein Versprechen, immer da zu sein, seine Zusage, jeden Weg mit mir zu gehen.

Also, Steine-werfen überflüssig, lieber im Gebet Vertrauen finden, dass Gott mich unendlich liebt. Ich wünsche Ihnen und Euch, dass Sie und Ihr die unendliche Liebe Gottes und seine Geisteskraft über den eigenen Stolz stellen könnt und aus SEINER Liebe die frohe und freimachende Lebenskraft verspüren, erleben und mit Leben füllen könnt. Ich für meinen Teil versuche das jeden Tag, mal erfolgreicher, mal…

 

Im Gebet und in Gedanken miteinander verbunden, grüße ich Sie und Euch ganz herzlich und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund!

Benedikt Zimmermann
Pastoralreferent