Das ist doch wohl ein Scherz...
Heute ist der 1.April. Eigentlich ein Grund mindestens eines meiner Kinder in den April zu schicken. Doch dieses Jahr habe ich dazu keine Lust. Bin ich doch schon genug verunsichert. In den Nachrichten heißt es immer wieder: „Wir befinden uns in unsicheren Zeiten.“ Warum sind wir aber verunsichert? Der Papst hat am letzten Freitag so treffend bezogen auf das Evangelium gefragt: „Warum seid ihr ängstlich? Warum seid ihr verunsichert? Habt Ihr keinen Glauben?“ Diese 3 Fragen beschäftigen mich auch heute noch.
Wenn ich glaube und zwar aus tiefstem Herzen – dann ist doch nichts unsicher. Sicher ist dann die Zusage Gottes zu mir und zu den Menschen. Dann brauche ich auch keine Angst zu haben. Ich weiß Gott hält zu mir. Ich habe in meinem Leben schon Situationen erfahren, die nicht immer gesichert waren. Gesichert im wirtschaftlichem Sinn, im familiären Sinn, in dem was morgen sein wird. Wenn ich darüber heute nachdenke, waren es Zeiten, in denen ich Gott nicht vertraut und seiner Botschaft nicht zugehört habe. Ich habe ihm in meinem Leben keine Chance gegeben. Er war mir für den Moment eben nicht wichtig. Zurückblickend kann ich sagen, dass er gerade in diesen Zeiten am stärksten auf mich geachtet hat. Er war da, nur habe ich ihn nicht wahrgenommen.
Ich möchte Sie an meinem Beispiel teilhaben lassen. Vor mehr als 2 Jahren habe ich unter Tränen meine Karriere in der Bank beendet. Ich habe die Arbeit immer gerne gemacht – 20 Jahre lang. Von heute auf morgen stand ich ohne Zukunft da. Ich hatte keine Arbeit mehr. Doch ich wusste, dass ich diesen Weg gehen muss, sonst hätte ich die Freude in Wut umgearbeitet. Damals war mir nicht bewusst, warum ich so fest davon überzeugt war, diesen unsicheren und waghalsigen Schritt gehen zu müssen. Warum gibt man einen gesicherten Job für eine unsichere Zukunft auf? Welcher vernünftige Mensch tut das? Nein, vernünftig war es sicher nicht. Aber es war richtig. Heute liebe ich meine neue Arbeit und es ist nicht nur ein Job, es ist mein Leben. Ich weiß, dass Gott mich in dieser Zeit mehr als getragen hat. Er hat mich motiviert, mir zugesprochen, mir Sicherheit gegeben und somit eine zugesicherte Zukunft! Ich hatte den Sommer meines Lebens und zwei weitere wundervolle Studienjahre, in denen ER mir gezeigt hat, was Leben bedeutet. Er hat mir Menschen an die Hand gegeben, die an mich glaubten und mich unterstützten. Das tun sie auch heute noch. Nie war ich ihm näher und nie fühlte ich mich sicherer! Er ist der Weg in Zeiten des Unglaubens. Er ist die Antwort auf unsere Unsicherheit. Nur er ist derjenige, der den Überblick im vermeintlichen Chaos behält. Er ist derjenige, der uns nicht verwirft.
Also warum sollten wir derzeit in unsicheren Zeiten leben? Es liegt an uns ihm zu vertrauen, fest im Glauben zu stehen und ihm die Chance zu geben, uns durch diese Zeit zu tragen. Und das ist wahrlich kein Scherz!
Anja Schmidt
Gemeindeassistentin
