Impuls

Wort zum Freitag 24.07.2020

Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

„Es ist ein Spiel mit dem Feuer!“ -

Was pastorale Arbeit und Seelsorge für mich bedeuten.

 

Bei der Vorbereitung des Impulses für diese Woche habe ich mich gefragt, was eigentlich die Grundlage bildet, diese Arbeit zu tun, und was mich immer wieder motiviert. Jede pastorale Tätigkeit, egal ob mit jung oder alt, ist Seelsorge. Dieses so häufig gebrauchte Wort verstehe ich ganz persönlich im wahrsten Sinne des Wortes: Es geht darum, sich um die Seele und die Seelen der Menschen zu sorgen. Dieser Auftrag kann allerdings nur gelingen, wenn das, was ich tagtäglich tue, auf einem sicheren Fundament steht und in einer tiefen Spiritualität wurzelt. Ohne meinen Glauben, ohne mein unverbrüchliches Gottvertrauen und ohne einen großen inneren Frieden ist dies, aus meiner Sicht, niemals möglich. Der heilige Augustinus hat das einmal in einem wunderschönen Wort zusammengefasst. Er sagte: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst... Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“ Dieser Satz drückt für mich eine unendliche Begeisterung, die Notwendigkeit einer tiefen Innerlichkeit und eine Aufforderung, dies mit anderen zu teilen, aus. Seelsorge ist, in diesem Sinne verstanden, Ausdruck und Wirkung einer absoluten Leidenschaft. Es ist eine Leidenschaft, die mich zu Gott, zu den Menschen und, nicht zuletzt, zu mir selbst drängt. Der Funke, den ich in mir trage, darf und kann brennen. Das ist die Grundlage für alles pastorale und seelsorgerische Handeln, und ich weiß, dass Gott diesen Funken in mir angelegt hat, dass seine Geistkraft ihn immer wieder am Lodern hält, was aber auch meiner eigenen Sorge obliegt. Diesen Funken, der in mir zum Feuer geworden ist, das in mir brennt, darf, kann und will ich den Menschen weitergeben: Die Gabe ist zur Aufgabe geworden, die ich in Gottes Namen und in seinem Auftrag zu den Menschen tragen darf. Mein Funke, der in mir zum Feuer geworden ist, soll andere entfachen, bewegen und begeistern. All dies, das glaube, nein, das weiß ich, verdanke ich nicht mir selbst, sondern lebe und arbeite in der tiefen Gewissheit, dass Gott es mir geschenkt hat. Pastoralreferent zu sein nur als Beruf zu verstehen, wäre aus meiner Sicht grob fahrlässig. Mein Beruf ist Teil meiner Berufung und meine Arbeit ist Mitarbeit am Aufbau des Reiches Gottes hier auf Erden. Sorge dich um die Seelen, vergiss deine eigene nicht und handle aus dem Vertrauen, dass Gott dich so unendlich liebt, dass er deine Seele für deinen Beruf und deine Berufung immer wieder achtsam, stark, mutig, einfühlsam und wachsam genug sein lässt.

Im Vertrauen auf das Wirken der heiligen Geistkraft Gottes, die uns zum Zweifeln ermutigt, aber niemals verzweifeln lässt, grüße ich Sie und Euch ganz herzlich und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund!

 

Benedikt Zimmermann, Pastoralreferent