Impuls

Wort zum Freitag 21.08.2020

Magdalena Kiess

„Was ist ein Fundament?“ -

Zwischen Traditionalismus und Gestaltungmöglichkeit.

 

„Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“

Es ist für mich die zentrale Aussage des Sonntagsevangeliums und sie lädt ein, ein wenig darüber nachzudenken. Ein Fels ist unverrückbar, ist standhaft, ist tragfähig und stabil. Er bildet das Fundament und trägt somit eine große Last und eine ebenso große Verantwortung. Jesus sagt diese Aufgabe dem Petrus zu, weil er es ihm zutraut, weil er sich auf ihn verlässt und weil er weiß, dass so in seinem Gedenken und auf seinen Anstoß hin die Kirche auf einem sicheren und starken Fundament stehen wird. Bedeutet dies aber, dass alles so bleiben muss, wie es war, als alles anfing? Ich bin mir da nicht wirklich sicher, doch ist das Bild, das an dieser Stelle der Bibel benutzt wird, ein wunderschönes und zentrales Bild zugleich. Für mich geht es darum, ein stabiles und starkes Fundament zu haben, um glauben, gestalten und verändern zu können. Ich denke, das ist meine ganz persönliche Sicht, dass es dabei um Gottvertrauen sowie um die eigene Spiritualität geht. Mit Gottvertrauen, am besten wirklich unerschütterlich, kann und darf ich meine eigene Spiritualität lernen, entwickeln, gestalten und auch verändern. Für den WhatsApp-Gottesdienst an diesem Sonntag haben wir im Vorbereitungsteam deshalb das Motto „Rock n' Roll“ ausgegeben: Übertragen bedeutet dies, dass wir auf einem sicheren Fundament, einem starken Felsen unsere Steine ins Rollen bringen können. Es geht nicht um ein ewig bestehendes und unveränderbares oder unverrückbares Fundament, sondern um einen sicheren Halt, einen festen Grund, auf dem wir, jede*r auf die eigene Weise, unseren Glauben leben sowie unser Leben im Glauben gestalten können.

Schauen Sie und schaut in der kommenden Woche mal nach dem eigenen Fundament, nach den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, die unser Glaube uns aufgrund der Zusage Jesu schenkt: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“

Im Vertrauen auf das Wirken der heiligen Geistkraft Gottes, die uns den eigenen Glauben sowie das eigene Leben selbst gestalten lässt, grüße ich Sie und Euch ganz herzlich und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund!

 

Benedikt Zimmermann, Pastoralreferent