Impuls

Wort zum Freitag 11.02.2021

In diesen Tagen lässt mich ein wiederkehrendes Bild nicht los aus den Berichten der Heilungen und Wundertaten, die Jesus an vielen Kranken und von bösen Geistern Geplagten – ja sogar an einem toten Mädchen vollbringt: DIE BERÜHRUNG. Gerade der Evangelist Markus insistiert darauf, als er beschreibt, wie alle, „die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren“ (Mk 3,10). Oder wenn er berichtet, dass man die Kranken auf die Straße hinaus trug in allen Dörfern und Städten, in denen sich Jesus begab, mit der Bitte „er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt“ (Mk 6,56).

Mir kam ein Fresko in den Sinn, den ich im Sommer 2018 auf einer meiner Israelreisen in Magdala gesehen hatte, in der Krypta des von den Legionären Christi betreuten Gebetszentrums „Duc in altum“. In der sogenannten Kapelle der Begegnung ist eine „Momentaufnahme“ des Augenblicks dargestellt, in dem eine seit zwölf Jahren an Blutungen leidenden Frau den Saum des Gewandes von Jesus berührt (https://www.magdala.org/duc-in-altum/). Sie glaubte fest daran, dass sie, wenn sie auch nur sein Gewand anfasse, geheilt werde. In diesem beeindruckenden Bild, das aus einer sehr ungewohnten Perspektive die Berührung festhält, versucht der Künstler die Kraft darzustellen, die von Jesus ausgeht. Lukas schreibt an einer Stelle, dass alle Leute ihn zu berühren versuchten, denn „es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“ (Lk 6,19).

Ich frage mich in diesen Tagen, inwieweit ich diese Berührung mit Jesus immer wieder suche, dieser physische Kontakt mit dem Herrn mir wichtig ist. Ich stelle fest, dass ich gerade im Alltag von vielen Tätigkeiten, Sorgen und Aufgaben abgelenkt werde. Und wenn ich abends dann geschafft mich in den Sessel fallen lasse, mich seine Nähe, seine Umarmung gar nicht so interessiert. „Jetzt etwas zum Ablenken, damit der Kopf frei wird!“

Viele Menschen bringen unter den aktuellen Umständen ihr Unbehagen zum Ausdruck, dass sie ihre Freunde nicht umarmen, ihre Verwandte nicht drücken, ihren Bekannten nicht die Hand geben können. Man wird sich der Bedeutung und des Wertes vieler Dinge erst dann bewusst, wenn man sie nicht hat...

Es ist ein großer Trost und schenkt immer neue Kraft zu wissen, dass Jesus stets bereit ist, uns seine UMARMUNG zu schenken durch den Empfang der Sakramente, das Meditieren seiner Worte – selbst dann, wenn wir seine Berührung gar nicht richtig suchen.