Impuls

Wort zum Freitag 05.06.2020

Bild: Martin Manigatterer In: Pfarrbriefservice.de

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und der heiligen Geistkraft!“ -

Gedanken zur Trinität und zum Dreifaltigkeitssonntag

 

Wir bewegen uns in spannenden Zeiten. Natürlich ist gerade die Corona-Pandemie in aller Munde, milliardenschwere Konjunkturpakete werden diskutiert, die Unruhen in den USA offenbaren eine tiefe Gespaltenheit der Gesellschaft, neue Wendungen im Fall Maddie und ganz viele andere Schlagzeilen treiben uns um. Auch in der Kirche ist es spannend: Ein Fest folgt auf das andere. An diesem Sonntag, dem Sonntag nach Pfingsten, feiern wir den Dreifaltigkeitssonntag. Ich möchte an dieser Stelle nicht die üblichen Rechenspiele beschreiben, in denen 3 = 1 oder 1 + 1 + 1 = 1, 1 = 3 und 3 = 1 oder 3 x 1 = 1 ist. Davon haben Sie oder habt Ihr sicherlich schon oft genug gehört. Mir geht es heute mehr um die Bedeutung der drei Personen der Dreifaltigkeit, ihr Wirken in Glauben und Welt sowie um die Beziehung der Drei untereinander.

Es ist der Gott des Alten und Neuen Bundes, der in seiner unendlichen Liebe nicht anders kann, als sich in das Weltgeschehen einzubringen, und der sich durch seinen Sohn uns Menschen offenbart. Es ist Jesus, eben dieser Sohn Gottes, der uns Menschen die unendliche Liebe Gottes in der Welt durch sein Leben, sein Sterben für uns und seine Auferstehung in einzigartiger Weise vor Augen führt. Und nicht zuletzt ist es die heilige Geistkraft, die nicht nur Vater und Sohn miteinander verbindet, sondern noch viel mehr bewirkt. Sie ist uns versprochen, uns immer wieder zugesagt und verheißen worden, und spätestens seit letzter Woche, seit Pfingsten, wissen und spüren wir, dass sie wahrhaftig als Liebesgeschenk Gottes auf uns herabgekommen ist.

Vater, Sohn und heilige Geistkraft sind untrennbar mit- und untereinander verbunden. In dieser untrennbaren Verbindung, in der Einheit der Dreifaltigkeit, ist für mich die Basis dessen gegeben, was uns in der Schöpfungsgeschichte als Gottebenbildlichkeit verheißen und in der Zusage Gottes geliebte Kinder zu sein neutestamentlich bestätigt wurde. Es ist die heilige Geistkraft, die uns in die Unverborgenheit der Beziehung Gottes zu Jesus und Jesu zu seinem Vater unverbrüchlich hineinnimmt. Gott, der die unendliche Liebe ist, offenbart uns seine unendliche Liebe in der Hingabe seines Sohnes und schenkt die heilige Geistkraft, dass jede und jeder an dieser Liebe teilhaben und sie mit Leben füllen kann. Der Dreifaltigkeitssonntag steht für mich als der Tag der wirklichen Offenbarung: Liebe, Recht und Gerechtigkeit küssen sich. Das Antlitz der Erde wird neu durch die Drei, die 1 und 3 sowie 3 und 1 sind, untrennbar mit- und untereinander verbunden. Für mich eines der schönsten Geschenke, dies glauben zu können und zu dürfen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und der heiligen Geistkraft.

Im Vertrauen auf das Wirken der heiligen Geistkraft Gottes, die uns in die Liebe der Dreifaltigkeit hineinnimmt, grüße ich Sie und Euch ganz herzlich und wünsche von Herzen:

Bleiben Sie und bleibt in Gottes Namen gesund!

 

Benedikt Zimmermann, Pastoralreferent