Hineingeschaut

Hineingeschaut – Bauen in Salvator

Unsere Gottesdienste finden zur Zeit im Pfarrgarten statt. Die Corona-Pandemie zwingt uns durch die Vorschriften zur Abstandseinhaltung, die Kirche zu verlassen, wenn wir die Sonntagsgottesdienste nicht nur mit etwas über 60 Teilnehmern feiern wollen. Auch den Pfarrsaal können wir nicht nutzen. Wir haben es im Anfang bei Wochentagsgottesdiensten ausprobiert, dort passen mit 1,5 m Abstand in alle Richtungen kaum mehr als 25 Personen hinein.

 

Allerdings hätten wir auch ohne die Pandemie seit Juni unsere Kirche wegen der Renovierungsarbeiten nicht nutzen können.

 

Das veranlasste mich, in unserem Archiv und in der Chronik einmal nachzulesen, was es in unserer Gemeinde eigentlich an größeren Bauarbeiten gegeben hat.

 

Grundsteinlegungen, Baubeginn und umfangreichere Renovierungen besonders in den Sommermonaten haben in Salvator eine lange Tradition:

Der Grundstein für die Kirche wurde am 1. August 1932 gelegt.

Der Baubeginn für den Erweiterungsbau war der 15. August 1955.

1981 entfernte man die seitlichen Leuchtstoffröhren und beleuchtete das Kirchenschiff nun indirekt. Die Arbeiten zogen sich über Wochen hin und konnten erst im Dezember beendet werden.

1989 baute man von Pfingsten an eine Fußbodenheizung in der Kirche ein, entfernte das Kommuniongitter und schuf die beiden Durchgänge neben dem Marienaltar ins untere Schwesternchörchen. Am Wochenende 23./24. September des Jahres konnte die Kirche endlich wieder benutzt werden.

6 Jahre später, 1995, nahm man wieder eine große Renovierung in Angriff, bei der auch die Kunstwerke restauriert wurden. Auch dabei dauerten die Arbeiten bis Weihnachten.

2007 schließlich zog sich eine Kircheninnenrenovierung fast über das ganze Jahr hin: Im März verlegte man das Beichtzimmer – 1991 in der ehemaligen Taufkapelle (heute Marienkapelle mit Schutzmantelmadonna) eingerichtet – in den Sakristeigang und baute die Trennscheibe zwischen Eingang zur Marienkapelle und Kirchenschiff ein. Im Dezember schloss man alle Arbeiten mit dem Einbau eines Podestes für den Chor auf der Orgelempore ab.

 

Im Leben mit Provisorien hat die Salvator-Gemeinde also reiche Erfahrung: Es begann schon kurze Zeit nach der Grundsteinlegung, denn als im Oktober 1932 die ersten Heiligenstädter Schulschwestern in Lichtenrade eintrafen, wurde das Apothekenhaus für das Krankenhaus gebraucht. Die dort befindliche Kapelle zog bis zur Fertigstellung der Kirche in den Gemeindesaal im Pfarrhaus um:

„Noch am selben Abend [7. Oktober 1932] fand der Umzug …zum Gemeindesaal statt. Der Gemeindesaal blieb dann einstweilen unsere Kirche. … Vom Sonntag, den 9. Okt. 32 blieb das Allerheiligste darin aufbewahrt. … Primitiv und ärmlich war anfangs die Wohnung für den lieben Herrgott.“

heißt es dazu in der Schwesternchronik (S. 14). Doch der Pfarrsaal reichte damals von der Größe her für die Schwestern und die Lichtenrader Katholiken wohl noch aus. Bei späteren Renovierungen, etwa 1989, änderte man den Gottesdienstplan und führte eine zweite Vorabendmesse am Samstag und einen 4. (!) Gottesdienst am Sonntagvormittag ein, damit mehr Gläubige die Möglichkeit zur Teilnahme hatten.

 

Doch es gab auch Bauarbeiten, die der Gemeinde nicht vorübergehend weniger Platz brachten, sondern die ihr aus jahrelang beengten Verhältnissen heraushalfen: Der Bau des Gemeindezentrums als Anbau an das Pfarrhaus 1975/76. Das Richtfest dafür feierte man übrigens heute vor genau 45 Jahren: am 28. Juli 1975.

 

Bis zum nächsten „Hineingeschaut“!

Ihre/Eure Regina Mahlke, Chronistin