Impuls

Wort zum Freitag, 30.12.2022 Mutiges 2023

Bild: canva.com

Nie war es so wichtig, wie dieses Jahr mutig zu sein. Ein Jahr, das vor allen Dingen durch einen Krieg in die Geschichtsbücher eingehen wird. Menschen in vielen Ländern Europas leben in tiefer Verunsicherung, auch hier bei uns. Und dann kam in einer dunklen Nacht plötzlich und doch erwartet Gott auf die Welt. Er kam in Frieden und er kam in die Dunkelheit des Krieges. Er hatte keine Angst uns zu begegnen. Uns, die wir klein sind und in unseren Ängsten verwoben.

Ich denke an das Evangelium des 4.Adventssonntags (Mt 1, 18-24) und an Josef. Welche Ängste hatte wohl er. Es waren wohl weniger die Ängste um die finanzielle Zukunft aufgrund steigender Öl-, Gas- und Lebensmittelpreise verursacht durch die Machtspielchen großer europäischer Politiker. Es war wohl eher die Sorge um seine Maria und das ungeborene Kind, welches noch nicht seins war. Können wir uns vorstellen, was Josef wirklich fühlte? Vielleicht war er verwirrt, regelrecht schockiert, als er erfährt, dass Maria schwanger ist, aber nicht von ihm. Vielleicht war auch Enttäuschung im Spiel. Er wird gegrübelt haben und sich genau überlegt haben, was zu tun ist. Ich denke alle verstehen, dass es für Josef eine wirkliche Zerreißprobe ist. Was soll er tun? Wie soll er sich richtig verhalten? Gibt es ein richtig, gibt es ein falsch?

In Josef’s Dunkelheit der Verzweifelung kommt ein Engel. Er bringt Licht zu Josef und Klarheit in seine Verwirrung. Wie bei der Verkündigung an Maria, beginnt der Engel mit den Worten „Fürchte dich nicht!“ Der Engel befreit ihn von seiner Angst und seiner Sorge und schenkt ihm Mut und Vertrauen in die Sache Gottes.

Toll wäre, wenn wir doch alle so einen Engel hätten. Ab und zu wäre der doch sicher sehr hilfreich. Einen Engel, der uns ermutigt, der uns lobt, der uns stärkt und wieder aufrichtet. Der Licht in unsere Dunkelheit bringt. Engel müssen aber keine Flügel haben, sie sind auch nicht weiß gekleidet. Sie schweben nicht mit lautem Tam Tam die Wolken hinunter. Aber sie verstehen unsere Ängste und Zweifel. Sie leben mitten unter uns. Ich habe dieses Jahr in unserer Pfarrei viele Engel kennengelernt. Die einfach da sind, wenn sie gebraucht werden. Sie erscheinen neben dir und neben mir und sprechen uns Mut zu. Sie stärken uns und geben den Menschen in unserer Pfarrei Halt.

Ich wünsche mir ein mutiges 2023. Damals wie heute braucht es Menschen wir Maria und Josef, die offen sind für Gottes Geist, die mutig auf Gottes Wort hören und es in die Welt tragen. Ohne an die Konsequenzen zu denken. Menschen, die Gott etwas zutrauen über die eigenen Möglichkeiten hinaus, für die Gott absolute Priorität hat und die unebene Wege mutig betreten, um das Licht des Evangeliums in die Dunkelheit dieses Jahres und kommender Jahre zu bringen.

 

Von Herzen wünsche ich Ihnen Gottes Zutrauen für das neue Jahr!

 

Ihre Anja Schmidt (Gemeindereferentin)