Impuls

Wort zum Freitag 30.07.2021 Viele Grüße aus der Apokalypse!

Bruder Antonius vom Orden der Barmherzigen Brüder in Trier

Viele Grüße aus der Apokalypse!

Liebe Schwestern und Brüder,

es ist Sommerzeit, es ist Urlaubszeit. Viele Menschen nutzen nach den belastenden Monaten der Pandemie die Wochen des Sommers, um Pause zu machen und um sich zu erholen. Auf die Möglichkeit der freien Zeit haben auch die Menschen im Westen unseres Landes gehofft. Aber es kam anders. Die Unwetterkatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Ende Juli hat Zerstörung und großes Leid gebracht. Das, was wir von dort hören oder sehen, macht sprachlos. Die Gedanken sind bei den Menschen, die einen Angehörigen verloren haben oder noch immer vermissen, und bei den Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben.

Eine Kollegin, die Leiterin eines Hospizdienstes aus der betroffenen Region, mit der ich im Kontakt bin zu längerfristigen Hilfsmöglichkeiten für trauernde und traumatisierte Menschen dort, berichtet von Hilfsbereitschaft aber auch von oft ausweglosen Situationen. Am Ende einer Mail von ihr standen die Worte: Viele Grüße aus der Apokalypse! Das beschreibt wohl am besten die Situation, die die Menschen dort erleben.

Direkt denke ich an die Worte der Heiligen Schrift, an die Sintflut, die über die Erde hereinbrach und alles überflutete, an Noach und die Arche. Als das Wasser dann nach langer Zeit zurückging und Noach wieder an Land gehen konnte sprach der Herr: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben (Gen 9,11). Und jetzt doch wieder! Aber ich glaube deinem Wort, Herr. Das Unglück kommt nicht von dir, denn du willst nicht den Tod des Menschen. Das Unheil hat eher etwas mit dem Klima, dem Klimawandel zu tun, der von den Menschen mitverschuldet ist.

Das Bild zu diesem Tagesimpuls hat Bruder Antonius vom Orden der Barmherzigen Brüder in Trier, ebenfalls ein Kollege in der Hospizarbeit und in der Hochwasserregion unterwegs um Menschen zu helfen, für den Tagesimpuls für unsere Gemeinde zur Verfügung gestellt. Auf dem Bild ist das Kreuz an der Pfarrkirche St. Laurentius in Ahrweiler zu sehen.  

Es bleibt die Frage: Herr wo bist du in all der Not und in all dem Leid? Eine Antwort darauf wird aus dem Bild erkennbar: mitten in all der Not, Jesus mitten im Schlamm.

Der Klage und dem Ruf, der neben das Kreuz an die Wand der Kirche geschrieben ist, schließe ich mich an: Herr hilf!

Ihr und Euer Diakon

Benno Bolze