Impuls

Wort zum Freitag, 26.08.2022

Bild: canva.com

Mitte August kam ich aus meinem Urlaub zurück. Bevor ich die Koffer ausräume, sortiere ich erstmal meine Post. Das ist Tradition. Zwischen all den Rechnungen und Urlaubsgrüßen meiner Freunde fand ich auch einen Brief des Erzbischofs von Berlin, Dr. Heiner Koch. Ich durchbrach meine Tradition und packte doch erstmal meine Koffer aus, denn tatsächlich hatte ich auch ein wenig Angst den Brief zu öffnen. Was könnte er wohl geschrieben haben? Die Neugierde wuchs und ich öffnete den Brief noch vor dem Auspacken des letzten Koffers. Es war meine Ernennungsurkunde zur Gemeindereferentin verbunden mit Glückwünschen und dem Auftrag das Evangelium im Erzbistum Berlin zu verkünden. Meine Freude über den Brief war riesig, ich war auch ziemlich stolz ihn in meiner Hand zu halten und dann schlug die Realität zu – oha, was für ein Auftrag. Das Evangelium zu verkünden und alles was damit verbunden ist.

Das ist eine wunderbare Aufgabe, ein großartiger Auftrag und es steckt eine Menge Verantwortung darin und die Frage, wie kann ich der gerecht werden? Kann man das überhaupt? Ich kann es versuchen, jeder kann es versuchen, in dem wir einfach anfangen. In dem wir loslaufen und nicht leise sind. Sondern lebendig das Evangelium leben. Jesus war als Mensch unter uns Menschen unterwegs, er wurde nicht müde weiterzugehen, um alle zu erreichen und das Evangelium zu verkünden. Immer mehr wurden es mit der Zeit, die ihn sehen und hören wollten. Zachäus kletterte sogar auf einen Baum um ihn zu sehen und zu hören, andere liefen tagelang, um nur einen Blick auf Jesus werfen zu können, andere stritten auch mit ihm und stellten ihn auf die Probe. Das wäre natürlich ein Traum, wenn eines Tages Menschen in unsere Kirchen kommen, weil sie aufgeregt sind das Evangelium zu hören.

Ich bin mir sicher, ich kann den Auftrag, den der Bischof mir gestellt hat, nicht alleine erfüllen. Für einen Einzelnen ist das nicht möglich. Aber wir können den Auftrag Jesu als eine Gemeinde erfüllen, weil Gott etwas mit uns gemeinsam vorhat und möchte, dass wir ihn in unserer Einheit und Vielfalt zugleich repräsentieren. Wir können gemeinsam versuchen möglichst vielen Menschen zu begegnen, ihnen Gottes Liebe nahezubringen, das Himmelreich Gottes zu erschließen und zur Nachfolge einzuladen, so wie Jesus es getan hat, als er unterwegs war in den Städten und Dörfern.

Ich habe hier in unserer Pfarrei ein sehr aktives Glaubensleben gefunden. Ich bin gerne hier, denn hier wird die gute Botschaft nicht nur verkündet, sondern oft auch gelebt. Wir können gemeinsam die Kraft des Evangeliums leben und die Liebe Gottes verschwenderisch verschenken. Wenn wir nur losgehen und dazu braucht es eigentlich keinen Brief.

 

Ihre Anja Schmidt, Gemeindereferentin