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Wort zum Freitag 23.04.2021

Das Wort zum Freitag – 23.04.2021

Der Tag der Erde wird jährlich am 22. April begangen. Dieser Gedenktag wurde eingeführt mit der Absicht, die Wertschätzung der Umwelt zu stärken und ein umweltfreundliches Verhalten zu fördern. Jedes Jahr gibt es auch zu diesem Tag ein besonderes Motto. Dieses Jahr lautet es: „Jeder bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde“.

An dem Tag musste ich mich an die hochinteressante und immer noch sehr aktuelle Enzyklika von Papst Franziskus denken, die den Titel trägt „Laudato Si‘“. (http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html). Darin bring er seine große Sorge zum Erhalt und Schutz unseres „gemeinsamen Hauses“ – wie er es formuliert – zum Ausdruck. Er zitiert gleich am Anfang den Sonnengesang des Hl. Franz, in dem der Heilige von Assisi die Mutter Erde als „Schwester“ anspricht und Gott für sie lobt, weil sie „uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter“.

In diesem Dokument schreibt der Papst, dass die Erde aufschreit „wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat. Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern“ (Nr. 2). Dabei vergessen wir, dass die ganze Schöpfung eben ein Geschenk Gottes ist. Er hat die Erde durch sein Wort geschaffen, in ihrer Schönheit spiegelt sich die Schönheit Gottes wider. Er hält sie in seinen Händen, weil sie ihm gehört – nicht uns!

Unter den vielen interessanten Beobachtungen, den hilfreichen Analysen und den weiterführenden Hinweisen, gibt es eine Passage in dieser Enzyklika, die mich immer wieder zutiefst berührt. Im zweiten Kapitel geht Papst Franziskus auf die Thematik der Schöpfung ausführlich ein und kommt an einer Stelle auf dem „Blick Jesu auf die Natur“ zu sprechen. Im Prolog des Johannesevangeliums heißt es, dass das ewige und lebendige Wort Gottes (auf Griechisch der „Logos“), das Gott selbst ist, Fleisch geworden ist. Jesus ist der Menschgewordene „Logos“ Gottes, durch den alles geschaffen worden ist. Wenn Jesus also als Mensch die Felder sieht, die Vögel beobachtet, durch Galiläa mit den Jüngern reist und die Landschaft wahrnimmt, dann erkennt er die ganze Schönheit Gottes, die in der Schöpfung steckt, seine eigene Schönheit – in der Natur erkennt er sich selbst.

Kürzlich habe ich von einer jungen Verwandten von mir ein wunderbares Bild erhalten, dass diese göttliche Schönheit ganz stark zum Ausdruck bring: der Sonnenaufgang vor einigen Tagen auf Ibiza. Das Licht nimmt Form an. Welche erkennen Sie?

Ihr

Pfarrer Arduino Marra