Impuls

Wort zum Freitag, 22.04.2022 Ostern feiern

Bild: Canva

Ostern feiern

Während Sie diesen Impuls lesen, gönne ich mir eine Auszeit – ich feiere das Leben! Ja die Vorbereitung auf Ostern war und ist wichtig, aber wie sieht es denn mit der Nachbereitung aus? Wir planten seit Wochen die Karwoche, die Ostertage und lebten den Blick nach vorne gerichtet. Das war richtig und hat definitiv seine Berechtigung. Berechtigung hat aber auch die Nachbereitung von Ostern. Und damit meine ich nicht, dass wir die Dekorationen wieder entfernen und die Essensreste vom Ostermahl einfrieren. Sondern, dass wir uns bewusst Zeit nehmen Ostern wirken zu lassen. Wir können Ostern nur dann verstehen, wenn wir die Blickrichtung ändern, uns umdrehen und dem Ostergedanken nachgehen und ihn auf uns wirken lassen. Denn Ostern braucht Zeit, denn nur das kann auf mich einwirken, was ich auch zulasse. Es kommt bestimmt nicht von ungefähr, dass wir bis Pfingsten 50 Tage Zeit haben, 10 Tage weniger als die österliche Vorbereitungszeit. Ostern muss nachhaltig wirken! Und bei allem, was uns täglich begegnet, wo wir uns sorgen und freuen, gibt es da ein wichtigeres Thema als die Auferstehung? Es geht hier um Leben und Tod! Und damit letztlich um alles.

Ostern muss wirken und wir glauben an das Ostergeschehen. Auch wenn ich dieser Tage wieder oft höre: Wer glaubt denn sowas? Ist doch Quatsch. Ja, vielleicht. Aber hat uns nicht gerade der ungläubige Thomas etwas anderes gezeigt. Und was bin ich ohne meinen Glauben? Ist Ostern also eher ein Grund zum Verzweifeln, weil ich das nicht glauben kann oder wechsel ich die Blickrichtung und ist Ostern der Grund meines Glaubens? Ist Ostern Dreh- und Angelpunkt meines Glaubens?

Ich versetze mich in die Angst der Frauen am leeren Grab – tot ist tot! Todsicher? Und doch sind sie am Grab und finden nichts. Das Grab ist leer. Stattdessen hören sie: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten. Er ist nicht hier sondern er ist auferstanden!“ (Lk 24, 6) Aber wo sollen sie Jesus suchen, wenn nicht hier? Sicherlich ist das kein 100% Beweis und doch stellt sich die Frage, wo sollte Jesus sonst geblieben sein? Diebstahl? Sicher nicht. Jeder war froh seine eigene Haut gerettet zu haben und einen Jesus stehlen, der am Kreuz schon von Gott verlassen schien? Nein, sicher nicht. Er zeigt sich, das klingt für mich überzeugend. Er zeigt sich den Vielen und es ist seine Initiative. Niemand bittet ihn darum. Er kommt. Er geht mit den Jüngern, er geht mit dir und er geht mit mir. Das ist sicher! Ich glaube den Jüngern, weil Paulus ihnen glaubt. Schließlich hat er die Anhänger Jesu bis aufs Blut verfolgt. Vor Damaskus geht er vor Jesus von Blindheit geschlagen zu Boden und ihm gehen die Augen auf. Bei Paulus wird diese Begegnung alle Zweifel ausräumen. „Nun aber ist Christus auferweckt worden von den Toten!“ (1 Kor 15,20). Das ist für mich überzeugend. Das glaube ich, wenn ich wieder höre: „Wer glaubt denn sowas?“ Das ist mein Glaube! Ich denke, wir Christen haben alle guten Gründe, an die Auferstehung zu glauben. Wenn wir zurückblicken und das nicht nur auf das diesjährige Osterfest, sondern viel weiter, nämlich über 2000 Jahre, dann gibt es unzählige Osterzeugen, die die Auferstehung mit ihrem eigenen Tod bezeugen. Die vielen Heiligen und Märtyrer haben aus der österlichen Botschaft ihre Lebenskraft gezogen und sind bis heute ein überzeugender Beweis, dass Jesus mit uns lebt und geht.

Ich wünsche Ihnen in den nächsten 50 Tagen eine gute Suche nach dem Auferstandenen in Ihrem Leben.

Bleiben Sie behütet, Ihre Anja Schmidt (Gemeindeassistentin)