Impuls

Wort zum Freitag, 18.11.2022 Einmal König sein

Bild: Erzbistum Berlin

Wer wollte als Kind nicht einmal König oder Königin sein? Ausgestattet mit tollen Kleidern und einem Schloß, mit vielen Angstellten und einer goldenen Kutsche? Als Kind fand ich diese Vorstellung auch toll. Heute, ich gebe es zu, faszinieren mich auch immernoch die europäischen Königshäuser. Doch nicht die, die ständig in den Schlagzeilen stehen, sondern eher die leisen. So wie das schwedische Königshaus rund um ihren König Carl XVI. Gustaf und die Königin Silvia. Eine jahrhundertealte Monarchie und doch nicht die Älteste. Am kommenden Sonntag ist Christkönigssonntag. Hier feiern wir nicht die Monarchie und dennoch feiern wir einen König. Wir feiern einen König, der ohne Prunk klar kommt und nicht in den Klatschspalten unserer Zeitungen steht. Wir feiern einen König, der ganz anders ist, als unsere Könige von heute und alle Machthaber der Welt.

Jesus – ein König ohne Krone. Nur einmal trägt er eine und die ist nicht aus Gold. Sie ist aus Dornen. Jesus ist ein König, der ganz ohne goldene Krone und weltliche Macht auskommt. Sein „Königtum ist nicht von dieser Welt“ so schreibt Johannes und Jesus selbst sagt es so dem römischen Statthalter Pontius Pilatus. Jesus‘ königliche Herrschaft sieht anders aus: Er heilt, er vergibt Sünden, er möchte Frieden und stiftet ihn, er schenkt uns Hoffnung und gibt schließlich sein Leben für uns. Das ist ein wahrer König.

Wir selbst sind auf dieses Königtum getauft worden. Wir wurden mit Chrisam gesalbt und nehmen Anteil an Jesus‘ König-Sein. Das ist Würde und Auftrag zu gleich. Es ist nicht der Auftrag es uns in unserem Schloß gemütlich und bequem zu machen, es ist der Auftrag hinaus zu gehen und die Krone der Barmherzigkeit zu tragen, so wie sie in Psalm 103 beschrieben ist. Wir sind von Gott bedingungslos geliebt und haben von seinem Sohn gelernt, wie richtig „König sein“ funktioniert. Nicht die Liebe zur Macht lenkt unser Leben, sondern die Macht der Liebe lässt Versöhnung leben und Frieden stiften.

Mit Güte und Geduld hat Jesus vieles ertragen. Wahrhaft königliche Haltungen, die wir auch einüben und so mit Jesus den Menschen dienen können. Und wenn es mal nicht klappt? Dann stehen wir wieder auf, richten unsere imaginäre Krone und probieren es nochmal!

 

Seien Sie königlich!
Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Anja Schmidt
(Gemeindereferentin)