Impuls

Wort zum Freitag, 17.06.2022 Hl. Bischof Benno von Meißen

Bild: Kath. Pfarrei Hl. Benno in Meißen / Künstler Camilo Schulze

Liebe Schwestern und Brüder,

„Benno von Meißen, so soll er heißen.“ Obwohl ich nicht der Benno von Meißen bin, hörte ich diesen Satz in meiner Kindheit häufig, wenn mein Name genannt oder danach gefragt wurde. Immer sorgte dieser Satz für ein Lachen. Der Hl. Benno von Meißen ist mein Namenspatron. Gestern, am 16.06., war sein Gedenktag. So nutze ich mit diesem Impuls die Gelegenheit, an ihn zu erinnern, denn auch wenn er schon vor über 900 Jahren gestorben ist, kann er auch heute noch Vorbild sein.

Auf Bildern wird der Hl. Benno häufig mit einem Fisch und einem Schlüssel dargestellt. Diese beiden Symbole sind auch im Logo der Pfarrei Hl. Benno in Meißen erkennbar, das auf dem Bild zu sehen ist. Fisch und Schlüssel haben mit einer Legende zu tun, die über den Hl. Benno berichtet wird. Dazu später mehr in diesem Impuls.  

Benno wurde im Jahr 1010 in der Nähe von Hildesheim geboren. Im Alter von 30 Jahren empfing er die Priesterweihe. Da er sehr begabt war, wurde er schon bald nach Goslar berufen. Dort war das Machtzentrum von König Heinrich IV. Von ihm wurde Benno im Jahr 1064 als Bischof von Meißen eingesetzt. Dort hat er segensreich gewirkt und war sehr beliebt. Bischof Benno gilt bis heute als Apostel der Sorben.

Als König Heinrich gegen die sächsischen Fürsten in den Krieg zog, erwartete der König von Bischof Benno ein Treueversprechen. Da Benno aber ein friedliebender Bischof war, hat er dem König dieses Versprechen nicht gegeben. Es kam zum Streit. Bischof Benno wurde in den Kerker geworfen. In den Kriegswirren konnte er aber fliehen und war ein Jahr später wieder Bischof von Meißen. Später kam es aus einem ähnlichen Grund erneut zum Streit zwischen dem König und Bischof Benno, der nun zum zweiten Mal vertrieben wurde.

Eine Legende berichtet darüber: Als Benno aus Meißen vertrieben wurde, wollte er seinem Nachfolger die Bischofskirche nicht einfach so überlassen. Daher schloss er die Kirche zu und warf den Schlüssel in die Elbe. Nachdem der Streit mit dem König Jahre später beigelegt war, kam Benno zurück nach Meißen. Da er als einfacher Pilger unterwegs war, erkannte man ihn nicht. Am Stadtrand ging er in ein Gasthaus und man servierte ihm dort einen großen Fisch. In dem Fisch fand Benno den Schlüssel wieder, den er in die Elbe geworfen hatte. Damit war er wieder der rechtmäßige Bischof.

Auch wenn das eine Legende ist, so kann sie zum Nachdenken anregen: Der Fisch ist ein Zeichen für den christlichen Glauben und mit einem Schlüssel kann man Türen öffnen. Das führt zu mich zu der Frage: Welche Tür kann mir der Glaube öffnen, welche Weite kann ich dadurch erfahren, und welche Tür kann ich anderen zum christlichen Glauben öffnen, wie es Benno von Meißen getan hat?

Bischof Benno starb am 16.06.1106. Bis zu seinem Tod ist er der friedvollen Botschaft des Evangeliums treu geblieben. Damit hat er sich dem König widersetzt, obwohl er ihn als Bischof eingesetzt hatte. Bischof Benno ist dem Machthaber und Kriegstreiber nicht gefolgt, sondern allein Christus. Ob der derzeitige Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., den Hl. Bischof Benno kennt? Wahrscheinlich nicht. Kyrill könnte aber von Bischof Benno vieles lernen.

Ihr und Euer Diakon Benno Bolze