Impuls

Wort zum Freitag 16.07.2021

Hört doch mal rein,

Am heutigen Freitag begeht die kath. Kirche den Gedenktag der „Lieben Frau auf dem Berge Karmel“. Die Karmeliten, die als Einsiedler auf dem Karmel im Heiligen Land lebten, gaben der Gottesmutter Maria diesen Ehrentitel als Schutzpatronin ihres Ordens. Dieses Eigenfest des Ordens wurde erstmals 1386 in englischen Karmelklöstern bezeugt. 1595 wurde die Feier von der vatikanischen Ritenkongregation auch außerhalb des Ordens ermöglicht und 1726 von Papst Benedikt XIII. für die ganze katholische Kirche eingeführt. Die Ordensmitglieder tragen ein kleines viereckiges Schmuckstück aus braunem Stoff, das sich „Skapulier“ nennt. Hier ist mit goldenem Faden die Gottesmutter eingestickt und auf der Rückseite das Wappen des Karmelordens. Nach einer Vision des hl. Simon Stock soll es besonderen Schutz durch die Gottesmutter Maria verleihen. Deshalb soll der Tag auch als „Skapulierfest“ bekannt sein. Mir ist der Name bisher allerdings nicht bekannt gewesen.

Die alttestamentliche Lesung heute mündet (nach den 10 Plagen als Antwort Gottes auf die Weigerung des Pharaos, die Israeliten ziehen zu lassen)die Geschichte in den Auszug der Israeliten aus Ägypten - Exodus. Dieser wird jedoch hart erpresst durch das Erschlagen aller Erstgeborenen, das Gott ankündigt. Nur durch das Bestreichen der Türpfosten mit Lammblut werden die Menschen verschont. Dieses Bild des martialischen, rächenden, tötenden Gottes ist für mich  heute schwer nachvollziehbar. Das, was ich aus diesem historischen Bericht mitnehme, ist, dass Gott für sein Volk sorgt. Der Gott, an den ich heute glaube, gibt den Menschen die Kraft, sich zu befreien, oder auch die Kraft, über lange Zeit Leid auszuhalten, aber ER bringt nicht um. Dennoch ist die Erlösung für das Volk der Israeliten nach 430 Jahren Knechtschaft in Ägypten das Sinnbild für Befreiung und ein gutes Ende durch das Mitwirken Gottes. Vielleicht mache ich es mir da zu einfach, aber eine intensivere Auseinandersetzung mit dem alten rächenden Gottesbild überlasse ich hier den  Theologen. Das Hörbeispiel heute habe ich dem auf die Lesung folgenden Psalm 116 entnommen,  überschrieben mit „Der Dank für Rettung aus Todesnot“.

„Wie kann ich dem Herrn all das vergelten / was er mir Gutes getan hat?

Ich will den Kelch des Heils erheben / und anrufen den Namen des Herrn.

Kostbar ist in den Augen des Herrn / das Sterben seiner Frommen.

Ach, Herr, ich bin doch dein Knecht, / dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen/und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen / offen vor seinem ganzen Volk.“

 

Ein inniges Gebet  und ein inniger Dank, für die Befreiung nach so langer Not! Genauso innig singt diesen Psalm Francesca LaRosa, Singer-songwriterin aus Indianapolis, die ihre Musik selbst komponiert. Sie hat sich vorgenommen, alle Psalmen zu vertonen. Lasst Euch, lassen Sie sich mitnehmen in die Folkmusik aus Indianapolis im Gebet zu Gott. Vielleicht habt auch Ihr/ haben auch Sie zu danken für etwas, das sich nach langer Zeit gelöst hat … Bleiben Sie / bleibt gesund und behütet ! https://www.youtube.com/watch?v=AZXRW_tSBkE&list=RDAZXRW_tSBkE&index=1

Ihre und Eure Sonja Schek, Kirchenmusikerin