Impuls

Wort zum Freitag 13.08.2021 Jetzt erst recht

Jetzt erst recht

Mein Urlaub, und Ihrer vielleicht auch, ist schon wieder eine Weile her. Ich hab mich erholt, hatte viel Spaß, habe Neues entdeckt und Zeit für die Dinge gehabt, die sonst im Alltag hinten runterfallen. Und ich habe mir den Kopf über eine für mich nicht ganz unwichtige Sache zerbrochen. Das Beten. Hört sich erstmal ganz einfach an, war es für mich dann nicht. Warum? Das erzähl ich Ihnen gern, weil ich vermute, dass es dem einen oder anderen manchmal auch so geht.

Ich packe meinen Koffer. Für mich selbstverständlich packe ich auch mein Gebetsbuch ein und prompt fragt mein Sohn: Warum packst du das ein, wir haben doch Urlaub! Hmm, okay. Ich komme ins Grübeln. Hat Beten etwas damit zu tun? Bete ich nur, wenn ich etwas habe, dass ich Gott sagen will? Nein, ich mache es einfach. Aber ist das gut? Beten als Automatismus. Sicher nicht. Also beginne ich zu grübeln.

Wenn ich einmal den richtigen Ort und ausreichend Zeit gefunden habe zur Ruhe zu kommen und mich bewusst entscheide zu beten, dann steigt oft die Frage in meinem Herzen auf: „Was soll ich eigentlich beten?“ Wer bin ich denn, dass meine Fragen, meine Bitten, mein Danken den allmächtigen Gott interessieren könnten? Was bedeuten schon meine Sorgen angesichts der Probleme, die die Menschheit der Welt mit sich trägt? Und doch möchte ich beten. Das habe ich mir aus meiner Zeit in Assisi mitgebracht. Dort habe ich gleich noch am ersten Abend in der Geburtskapelle des Heiligen Franz von Assisi einen Franziskaner getroffen und er fragte mich, ob ich mit ihm zum Abend beten möchte. Sehr gern nahm ich diese Einladung an und für eine Woche trafen wir uns Abend für Abend zum Gebet. Das war wunderbar und ich will diese Erinnerung nicht verblassen lassen. Also habe ich mein Gebetsbuch dabei und denke, dass wenn Gott sich so klein gemacht hat, dass er in die Bethlehemer Krippe im Stall gepasst hat, dann will er auch Anteil an meinem Leben haben und an Ihren auch! Er will da sein, wo immer unser Leben auch stattfindet und ist da zu der Zeit, wo wir ihn antreffen wollen.

Wenn ich ihn fragen würde, was ich beten soll, würde er sicher sagen: Nicht was, sondern dein ganzes Leben lang.

 

du hast ein ganzes Leben

über kurz oder lang

gehört es dir

alles geschenkt

 

du kannst dich daran freuen

jederzeit

es ist immer alles

selbst wenn vieles fehlt

Martina Kreidler-Kos

Ich wünsche Ihnen eine gute Gebetszeit.
Sprechen Sie doch mit dem Herrn – er hört Ihnen gerne zu!

 

Herzlichst, Ihre
Anja Schmidt, Gemeindeassistentin