Impuls

Wort zum Freitag, 12.11.2021 Hört doch mal rein

Hört doch mal rein

Wo stehen wir? Es ist die Zeit vor dem Advent und da fallen mir die Worte Novemberzeit- Regenzeit, Dunkelheit nach der Uhrumstellung, Gräbersegnung und Christkönigssonntag ein. Für die Salvatorgemeinde ist Christkönig das Patronatsfest, - Christus König, der Salvator, der Retter... Das Christkönigsfest ist quasi das Sylvester des Kirchenjahres, das hinüberleitet in ein neues  Kirchenjahr, das dann mit der Adventszeit beginnt.

Im Moment ist es eine kalte Übergangszeit, in der wir vielleicht auf die Friedhöfe gehen, die Grabstellen winterlich schmücken und kältefest machen, und dabei unserer Lieben gedenken, die uns fehlen, die wir vermissen, und die uns vorausgegangen sind. Manch einem sind sie in dieser Zeit besonders nah. Mir geht es zumindest so.

Bereits Ende des zweiten Jahrhunderts wird von eucharistischen Begräbnisfeiern berichtet. Auch im vierten und fünften Jahrhundert gibt es Zeugnisse darüber. Zum Konzil von Trient 1545 wurde das Proprium des Requiems wegen der Vielzahl der Varianten dann vereinheitlicht und 1570 durch Papst Pius im Missale Romanum eindeutig festgelegt. Es ist die Grundlage für alle alten Kompositionen. Schon im zweiten vatikanischen Konzil wird aber gebeten, den österlichen Sinn des christlichen Todes hervorzuheben, -und so kam das Auferstehungsamt in Gebrauch oder bei uns die Auferstehungsmesse. Die Liturgie des Requiems und der Auferstehungsmesse entsprechen der Liturgie der Wochentage ohne Gloria und ohne Credo. Früher schloss sich an das Halleluja das „Dies irae“ an…“am Tag des Zorns“, das heute nicht mehr Bestandteil des Requiems ist. Der Introitus beinhaltet den Text „Requiem aeternam dona eis, Domine“ (die ewige Ruhe gib ihnen, Herr) und in der Communio steht der Text „Lux aeterna luceat eis, Domine! [Cum Sanctis tuis in aeternum quia pius es]. Dona eis, Domine, requiem aeternam et lux perpetua luceat eis.“ (Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr! Mit deinen Heiligen in Ewigkeit, denn du bist gütig. Gib ihnen, Herr, die ewige Ruhe, und  das ewige Licht leuchte ihnen. )

Diese Texte gehen auf die beiden Verse 34 und 35 aus dem 2. Kapitel des Buches Esra aus den Apokryphen hervor, die vermutlich um 100 nach Christus verfasst wurden!!! So lange beten die Christen schon diese wunderbaren Texte, so wie wir es nach den Vermeldungen der Todesfälle auch tun. 

Wie stellen wir uns dieses ewige Licht vor, in das wir einmal gehen werden? -------- Wie haben sich die Komponisten dieses Licht vorgestellt, das ewige Licht, das den Verstorbenen und damit auch uns einst leuchten soll? Dieses Vorstellen des unvorstellbaren Schönen, das „Einfach-mal-himmelwärts-richten“ des Blickes,… das „Sich-dem-Trost-anvertrauen“, den der Glaube an die Auferstehung uns gibt…,  - das wünsche ich Ihnen und Euch heute, indem ich Euch mehrere „Lux perpetua“ vorstelle, …  - von John Rutter, von Wolfgang Amadeus Mozart und von Edward Elgar …eine Reise ins musikalische Licht.

John Rutter:  https://www.youtube.com/watch?v=yJ4fK7PGhWo

Wolfgang Amadeus Mozart: https://www.youtube.com/watch?v=nMzGQp8z2kM

Edward Elgar: https://www.youtube.com/watch?v=yz-Z3rkHWRQ (Diese Aufnahme konnte ich in Schwäbisch Gmünd selbst live erleben zur Verleihung der Cäcilienmedaille des ACV an John Rutter. Die Probe am Vormittag vor dem Konzert haben sie hier aufgenommen – wunderbar! Ich bin eine von 400 begeisterten Zuhörern.)

Hört doch mal rein und bleibt gesund und aufmerksam in diesen Tagen.

Eure/Ihre Sonja Schek, Kirchenmusikerin