Impuls

Wort zum Freitag, 11.11.2022

Bild: Joachim Sponholz

Liebe Schwestern und Brüder,

die dunkle Jahreszeit hat uns wieder. Die Winterzeit ist seit dem letzte Wochenende wieder die geltende und schon wird es eine Stunde früher dunkel. In dieser Jahreszeit gedenken wir unserer Toten und empfehlen sie ganz besonders der Güte unseres Gottes. Allerseelen ist das Fest an dem wir das tun. Ganz eng verbunden mit dem Hochfest Allerheiligen, an dem wir auch derer gedenken, die uns in der Zeit vorausgegangen sind, die wir aber wegen ihrer besonderen Beziehung zu Gott, ihrer Zeugnisgabe bereits im Himmel wissen. Diese Menschen nennen wir Heilige. Sie leuchten als Licht, entzündet am alles überstrahlenden Licht unseres Herrn Jesus Christus. Er ist der Heilige schlechthin als der Sohn Gottes.

Im zu Ende gehenden Kirchenjahr sind auch die Texte der Sonntagsevangelien auf die Ewigkeit ausgerichtet. Die Frage was nach dem Tod sein wird, kam im Text des Evangeliums des letzten Sonntags auf. (LK 20, 27 -38) Die Sadduzäer fragten Jesus nach seiner Meinung zur Auferstehung und konstruierten das absurde Beispiel der Frau, die nacheinander 7 Brüder heiratete, alle überlebte und es nun angeblich die Frage sei, wessen Frau sie im Himmel sei. Den Sadduzäern ging es darum, Jesus bloßzustellen und ihn anklagen zu können.

Für uns Christen ist die Auferstehung ein Faktum. Jesus ist auferstanden und so glauben wir, dass wir es ihm gleichtun werden, weil er es uns zugesagt hat. Die Frage aber, was mit uns passiert, wenn wir gestorben sind, was uns in der Ewigkeit, im Paradies erwartet, die bleibt jedoch und wird von Jesus auch gegenüber den Sadduzäern nicht abschließend und befriedigend beantwortet. Er sagt: „Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht ein Gott der Toten“ Damit ist aber die eigentliche Frage, wie es mit einem Menschen nach seinem Tod weitergeht, noch nicht beantwortet. Alle unsere diesbezüglichen Phantasien sind letztendlich schöne Träume, die mit Leichtigkeit weggewischt werden können.

Ich denke, die Auferstehung ist eine Frage des Glaubens und nicht der Vorstellungskraft. Für mich ist Gott nicht nur ein Gott der Lebenden, sondern des Lebens schlechthin. Aus Liebe hat er die Welt geschaffen, aus Liebe hat er gewollt, dass es mich, dass es jeden von uns gibt. Und ich glaube auch nicht, dass die vollkommene Liebe, wie sie die christliche Überlieferung Gott zuschreibt, ein Ende hat. Gott hat seinen eigenen Sohn nicht tot sein lassen, sondern er hat ihn auferstehen lassen, weil er ihn liebt. Und dieser Jesus hat uns in sein inniges Verhältnis zu Gott mit hineingenommen. Und als Kinder Gottes, wird Gott uns nicht im Tod enden lassen. Wie das ewige Leben sein wird, das weiß ich auch nicht. Aber dem Schöpfer der Realität in der wir leben, dem traue ich auch zu, dass er das unvorstellbare ewige Leben schaffen kann.

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht ein rein geistiges Leben sein wird, denn das wäre trotz aller Unzulänglichkeiten dieses Körpers auf Erden ein Rückschritt. Und auch meine Identität, meine Persönlichkeit wird weiterbestehen, ein Existieren als unpersönliche Energie wäre ein Rückschritt.

Wie auch immer, unser Glaube an unseren Herrn Jesus Christus mit dem wir im Augenblick unserer Taufe untrennbar verbunden wurden, ist der entschiedene Punkt für die Auferstehung und das ewige Leben. Ich brauche mich eigentlich nicht darum zu sorgen und kann es dem Herrn ganz überlassen, dass er es schon richtig macht.

Aber ein bisschen spekulieren, das mache ich schon ganz gerne, das ist zutiefst menschlich.

Im Gebet verbunden

Ihr

Diakon Joachim Sponholz