Impuls

Wort zum Freitag, 06.05.2022 Ein Haus voll Glorie schauet …

Liebe Schwestern und Brüder,

am letzten Samstag wurde unsere Pfarrei Johannes XXIII. in einem Festgottesdienst durch unseren Erzbischof eröffnet. Damit ist ein weiterer Schritt getan im Hinblick auf eine lebendige Pfarrei der Gemeinschaft von Christinnen und Christen aus den vier Gemeinden. Was macht eine lebendige Pfarrei, was macht eine lebendige Kirche aus?

In meiner Jugend (also vor längerer Zeit) habe ich an einem Seminar teilgenommen. Das Thema war ganz einfach: Kirche. In der Runde waren wir mehrere junge Leute, die dieses Thema beschäftigte. Wir kannten uns nicht, aber wir waren alle ehrenamtlich in verschiedenen Kirchengemeinden an unterschiedlichen Orten aktiv. In diesem Seminar stand ein Nachmittag unter der Überschrift der schon genannten Frage: Was macht eine lebendige Kirchengemeinde aus? Da wir alle aus ganz unterschiedlichen Gemeinden kamen, entstand in sehr kurzer Zeit ein buntes Bild von Kirche und wir waren alle sehr zufrieden mit unserer Leistung. Aber der Leiter des Seminars sagte: Es fehlt noch etwas. Unsere Aufgabe war also noch nicht erfüllt. Es ging weiter mit der Aufzählung. Dem einen fiel diese Gruppe noch ein, dem anderem noch eine Veranstaltungsreihe, eine Reise usw. Dann dachten wir, jetzt haben wir´s aber und das Bild ist vollständig.

Aber wieder: Es fehlt noch etwas. Also noch immer nicht am Ziel. Dann wurde die Frage gestellt: Und was fehlt denn nun noch? Die Antwort war: Christus! Er muss im Mittelpunkt stehen.

Diese Antwort ist einfach und mehr als logisch, aber wir haben sie nicht genannt. Das kann verschiedene Gründe haben, über die wir dann auch gesprochen haben: Die Frage war nicht richtig verstanden oder zu viele Gedanken an das, was wir alles können und machen, oder wir hatten Christus als Mitte der Kirche vorausgesetzt, ohne dass es ausgesprochen wurde oder wir haben tatsächlich nicht daran gedacht.

Christus ist im Mittelpunkt. Alle weiteren Aktivitäten kommen danach, sie leiten sich von ihm ab, gehen von ihm als Zentrum unserer Kirche, unserer Pfarrei aus. Das kann man am Logo unserer Pfarrei auf dem Bild sehr gut sehen. Das Kreuz, Christus ist im Mittelpunkt. Diese Mitte, dieses Fundament ist wichtig, damit all unsere Aktivitäten Frucht bringen können. In der Heiligen Schrift lesen wir, dass Christus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. An anderer Stelle der Bibel heißt es: Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Und: Ihr sollt euch nicht Herr und Meister nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister, Christus. Ihr alle aber seid Schwestern und Brüder.

Die Worte des Herrn sind ein Auftrag an uns und sind damit eine Art Grundsatzprogramm für das Leben und Miteinander in unserer Pfarrei. Die Worte sind eine Herausforderung, aber vor allem sind sie eine Hilfe für das Miteinander in der Pfarrei, denn wenn Christus der Mittelpunkt ist, dann muss man es selbst nicht sein. Ähnlich hat es Johannes XXIII. gesagt: Nimm dich selbst nicht so wichtig!

In der Eucharistiefeier am letzten Samstag in Maria Frieden haben wir am Ende des Gottesdienstes das Lied gesungen: Ein Haus voll Glorie schauet. Die dritte Strophe beginnt mit den Worten „Die Kirche ist erbauet auf Jesus Christ allein.“ Er ist der Grund auf dem wir stehen. Wir alle sind eingeladen, auf diesem Fundament die lebendige Kirche hier in unserer Pfarrei weiter zu bauen, jede und jeder von uns mit ihren bzw. seinen Talenten auf ganz unterschiedliche Weise. Auch wenn das Haus der Kirche, die Pfarrei nicht perfekt ist und in der Gründungszeit weiterhin einige Hürden zu nehmen sind, so lohnt es sich doch daran zu bauen. Denn Christus selbst ist der Baumeister, der Mittelpunkt.

Und jetzt nach dem Lesen des Impulses lade ich Sie und Euch ein, zuhause oder auch bei der Arbeit die dritte Strophe aus dem Lied - Ein Haus voll Glorie schauet –zu summen oder auch, wenn man sich traut, zu singen:  

 

Die Kirche ist erbauet auf Jesus Christ allein.

Wenn sie auf ihn nur schauet, wird sie im Frieden sein.

Herr, dich preisen wir, auf dich bauen wir,

Lass fest auf diesem Grund uns stehn zu aller Stund.

 

Ihr und Euer Diakon

 

Benno Bolze