Impuls

Wort zum Freitag, 06.01.2023 Hört doch mal rein

Bild: Sonja Schek, Ausschnitt des Orgelspieltischs der Seifert Orgel in Salvator-Lichtenrade

Heute feiern wir das Fest der Hl. Drei Könige, das Fest der Erscheinung des Herrn im Tempel. In manchen Bundesländern ist es ein Feiertag, in Berlin und Brandenburg  nicht. Im orthodoxen Christentum spielen die drei Weisen eine besondere Rolle. Viele orthodoxe Christen feiern in der Nacht zum 7. Januar das Weihnachtsfest. Die Hl. Drei Könige sind nach den Hirten die zweite Gruppe, die zur Krippe des neugeborenen Christus kommt. Auf ihrem Weg wurden die Hl. Drei Könige durch den Stern von Bethlehem geleitet. Sie wurden vom Evangelisten Matthäus als Sterndeuter bezeichnet, anhand der Gaben wurde ihre Zahl auf drei festgelegt und später wurden sie wegen der Kostbarkeit ihrer Gaben zu Königen erklärt. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar (im 9. Jahrhundert festgelegt) sollten die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa vertreten. Es sollte ein Zeichen dafür sein, dass die ganze Welt zu Jesus kommt.

Ein weithin bekannter Brauch ist das Dreikönigssingen beziehungsweise Sternsingen, das auch in unserer Gemeinde seit vielen Jahrzehnten gepflegt wird: „Gesundheit und Kraft im Neuen Jahr, wünschen euch Caspar, Melchior und Balthasar“. Vom Festtag der Geburt des Herrn bis um den 6. Januar, bei uns auch noch danach, ziehen Kinder – als drei Könige gekleidet und mit dem Stern von Bethlehem– von Haus zu Haus, überbringen den Segen des Jesuskindes und bitten um eine Spende für Kinder in Not. Das Kindermissionswerk verwaltet diese Spenden und setzt es in vielen Projekten weltweit um. Jedes Jahr wird den Kindern beispielhaft dann eine besondere Region vorgestellt, in der besonders viele Kinder in Not leben. In diesem Jahr lautet das Motto: „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“. Deshalb hängen in Salvator auch noch die Sterne mit den Kinderrechten der UN-Kinderrechtskonvention von der Empore. Der Brauch des Sternsingens ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt. Seit 1959 ist die Aktion Dreikönigssingen "Sternsingeraktion" die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Interessant ist vielleicht auch, dass das Kölner Wappen die Hl. Drei Könige beinhaltet, weil die Reliquien der Hl. Drei Könige im Kölner Dom ruhen.

 

Weihnachten ist ein Lieblingsthema für Komponisten. Auch die Hl. Drei Könige kommen musikalisch oft zu Wort. Wunderbar hat diesen Teil der Geschichte Felix Mendelssohn Bartholdy vertont. Ein unvollendetes Oratorium „Christus“ von ihm beinhaltet die Geburt und das Leiden Jesu, jedoch die Auferstehung Jesu hat Mendelssohn nicht mehr vor seinem Tod zu Ende geschrieben. Wir betrachten heute nur die Geburt, die sich um die Hl. Drei Könige dreht. Musikalisch ist bemerkenswert, dass unter dem Terzett der Drei Könige „Wo ist der neugebor‘ne König“ ein Laufbass liegt, der bis zum Ende fortgesetzt wird. Hier wird musikalisch das Bild des Laufens zur Krippe lautmalerisch umgesetzt. Der Chorsatz gliedert sich in vier Teile und im ersten Teil erscheint eine aufwärts gerichtete Dreiklangsfigur symbolisch für den Stern Jakobs. Hier klingt die Tonsprache des Oratoriums „Elias“ durch. Der Chorsatz endet mit dem Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Hört nun in den drei Sätzen den Thomanerchor und das Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Georg Christoph Biller.

Rezitativ: https://www.youtube.com/watch?v=K-AJn7jgyH4

Terzett: https://www.youtube.com/watch?v=TAC91sGHA68

Chor: https://www.youtube.com/watch?v=EZ_jntjyv1E

Ich wünsche uns allen diesen Stern Bethlehems für ein bedeutsames und segensreiches Jahr 2023, der auch uns in Bewegung setzt. Folgen wir ihm nach…

Ihre und Eure Sonja Schek, Pfarreikirchenmusikerin