Impuls

Wort zum Freitag 04.06.2021

Quelle: Pixabay.com

Fronleichnam 03.06.2021

 

Letztes Wochenende haben wir hier in Salvator Erstkommunion gefeiert – Jesus als Leib in unserer Mitte. Das Wichtigste an diesem Tag, nein, DER Wichtigste an diesem Tag.

Mittelpunkt des Lebens – auch der Mittelpunkt meines Lebens? Ich wünschte es wäre so, doch wenn ich ehrlich bin, lenkt mich so vieles davon ab. Dabei weiß ich tief im Herzen, dass Er meine Mitte ist. Er ist mein Wegzeichen, mein Wegzeichen zum Reich Gottes und das bereits im Hier und Jetzt – im Heute! Christus die Mitte meines Lebens – verdichtet im Brot, im Brot des Lebens in unserer Mitte. Der Unbegreifliche macht sich greifbar.

Theoretisch weiß ich das, doch wie finde ich ihn? Wie lege ich den Alltag ab und mache ihn zu meinem Mittelpunkt? Dieses kleine Stück Brot ist für mich der Ausdruck von Heimat, ein Ort zu dem ich – zu dem wir gehören. Paulus beschreibt die Zugehörigkeit der Christen zu Christus schlicht mit „In Christus“. Im Brot werden wir uns unserer Zugehörigkeit zu Gott bewusst und ich erfahre Heimat in ihm und mit ihm.

Heimat ist aber so viel mehr und bei der Betrachtung des kleinen Stück Brots in meinen Händen wird es mir bewusst. In meinen Händen liegen meine Wurzeln, Vertrautheit, ich bin nicht fremd, es ist mein Lebensraum – es ist mein Leben und mein Mittelpunkt.

Heimat bedeutet vertraut sein. Wir kennen die Landschaft der Heimat, die Wege der Heimat, die Menschen und die Sprache der Heimat. In der Eucharistie erlebe ich Heimat im Kleinen – ich erkenne sein Wort, die Sprache seines Herzens und ich sehe die Landschaft und die Menschen mit seinen Augen und in seinem Licht. Es fällt mir leichter meine eigenen Wege zu überdenken. Denn in meiner Heimat bin ich nicht fremd, bei ihm bin ich zu Hause und die Vertrautheit bietet mir einen Schutz. Und sie gibt mir die Möglichkeit mich zu entfalten. Dieses kleine Stück Brot lässt es mich wissen – Gott ist ein Freund des Lebens und ich kann mich in seinem Lebensraum mit all meinen geschenkten Gaben entfalten. Selbst meine Grenzen erscheinen in einem anderen Licht. Mit meiner Begrenztheit kann ich mich vor ihm aussöhnen und meine Schatten werden heller.

Es tut gut, Heimat zu erfahren und es tut gut, dieses kleine Stück Brot, in dem ich diese Heimat erfahre, zu betrachten – anzubeten.  

Denn die Anbetung bringt die Wahrheit unseres Lebens zum Vorschein: Wir sind von Gott erschaffen und erlöst. Wir sind für ihn bestimmt, "zum Lob seiner Herrlichkeit" (Eph 1,14).