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Wort zum Freitag, 03.06.2022 Gottes Pläne sind anders

Bild: canva.com

Gottes Pläne sind anders

 

Nicht mehr lange und der Sommer ist da und mit ihm die langersehnten Ferien und ich hoffe auch für Sie ein Urlaub. Urlaub vom Alltag oder Urlaub als Kraftquelle. Ich freue mich sehr auf meine Ferien. Sie sind komplett durchgeplant und auf jeden einzelnen Tag freue ich mich. So wie meine Freundin Erin in Oslo. Noch vor ein paar Tagen habe ich mit ihr telefoniert und sie hat mir von ihren Plänen erzählt. Nach mehr als drei Jahren wird sie ihre Familie in Amerika wieder besuchen, sie plant Konzerttrips durch Europa und auch wir wollen uns wiedersehen. Doch nur einen Tag später zerfallen fast alle diese Pläne in Staub, denn sie hatte einen Unfall und ist jetzt im Krankenhaus. Da ploppt bei mir die Frage auf: Können wir noch so viel planen und vorbereiten und Gottes Pläne sind immer anders? Oder möchte er uns vor etwas bewahren?

König David machte diese Erfahrung auch. Er hatte eine großartige Idee. Es war ein guter Plan und er war ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er hatte Zeiten des Friedens erlebt, genoss das gute Leben eines Königs, lebte in einem schönen Palast und hatte mit einem Mal die verrückte Idee, Gott einen Tempel zu bauen. Die Bundeslade sollte nicht länger in einem schäbigen Zelt stehen, während er im wunderschönen Palast wohnte. Um ganz sicher zu gehen, dass sein Plan auch Gott gefällt, erzählte er dem Propheten Nathan davon. «Was immer du vorhast – tu es! Der Herr wird dir beistehen.» (2. Sam 7, 3) war Nathans Antwort. Doch in der folgenden Nacht sprach Gott zu Nathan und er sagte zu Davids Vorhaben «Nein».

Warum sagt er nein? Davids gutgemeinter Plan drohte zu scheitern. Denn Gott wusste mehr: David brauchte Frieden für sein Vorhaben, doch auf ihn warteten neue Kriege. Gottes Plan enthielt Davids Berufung: «Du sollst mir keinen Tempel bauen! Denn du hast Kriege geführt und dabei viel Blut vergossen!» (1. Chr 28, 3). Es war Davids Berufung, die Feinde Israels zu überwältigen und nicht, einen Tempel für Gott zu bauen. Sein Sohn Salomo würde die harte Arbeit seines Vaters später genießen dürfen.

Ich kann mir gut vorstellen, wie David sich gefühlt haben muss. Sein Plan schien wasserdicht und trotzdem lies Gott es nicht zu. Weil Gott eben immer wieder für eine Überraschung gut ist und er zwar Davids Plan nicht bejaht, aber David und seine ganze Familie für immer! «Nicht du sollst mir ein Haus bauen, sondern ich werde dir ein Haus bauen! Wenn du alt geworden und gestorben bist, will ich einen deiner Söhne als deinen Nachfolger einsetzen und seine Herrschaft festigen. Er wird mir einen Tempel bauen, und ich werde seinem Königtum Bestand geben für alle Zeiten. […] Doch nie werde ich meine Güte von ihm abwenden, wie ich es bei Saul getan habe…» (2. Sam 7, 11b-15a)

Dieses Beispiel zeigt mir, wir sollten offen sein für Gottes Pläne, nein, wir müssen sogar offen sein für seine Pläne! Ich weiß, meine Freundin Erin ist wahnsinnig enttäuscht und traurig. Ich versuche ihr Mut zuzusprechen, denn ich weiß Gott, meint es gut mir ihr und er liebt sie. Er möchte ihr Bestes, denn Gottes Pläne für uns sind durch und durch gut! Wenn menschliche Pläne ihm seine Pläne durchkreuzen und er sie ändert, liegt es nicht daran, dass er uns nicht liebt, sondern dass er eine wichtigere Berufung für uns hat. Auch wenn wir das erst viel später verstehen werden.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein offenes Ohr, sehende Augen und ein einfühlendes Herz für Gottes Handeln in unserem Leben.

 

Ihre Anja Schmidt (Gemeindeassistentin)