Impuls

Wort zum Freitag 01.10.2021 Mein Lieblingsheiliger Franz von Assisi

Bild: Anja Schmidt

Mein Lieblingsheiliger Franz von Assisi

Heute beginnt der Oktober – einer meiner Lieblingsmonate. Die Blätter färben sich bunt, ich kann mich wieder in meine Kuscheldecke einkuscheln und Kakao trinken und es ist der Monat meines Lieblingsheiligen. Franz von Assisi!

Am 4. Oktober steht Franz von Assisi auf dem liturgischen Kalender, ein äußerst beliebter Heiliger und vielen bekannt. Er lebte von 1181/82-1226. Nach sorgloser Jugend erfährt er 1205 seine Berufung: An dem Ort, wo heute die kleine Kirche San Damiano steht soll er Gottes Haus, die Kirche, die in Verfall geraten ist, wiederaufbauen. Er ändert sein Leben radikal, wird ein armer Wanderprediger nach dem Vorbild Jesu. Alles, was er besitzt, verschenkt er. Nur das, was er an sich trägt behält er. Allen voran sein großes Herz für die Schöpfung Gottes. Papst Franziskus bezeichnet ihn deshalb in seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si" als Vorbild. Er "ist das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie. Er ist der heilige Patron all derer, die im Bereich der Ökologie forschen und arbeiten" (LS Nr. 10). Zahlreiche Legenden zeigen seine einzigartige Beziehung zu unserer Welt. Im wunderbaren Sonnengesang lobt er Gott für alle Geschöpfe, besonders für Bruder Sonne, Wind und Feuer, für Schwester Mond, Wasser und Mutter Erde. Laudato si, o mi Signore, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr, so heißt es in der bekannten deutschen Liedfassung.

Ich glaube fest daran, dass Franziskus wie eine Art inneren Kompass für all das schöne hatte, wo wir nichts Schönes sehen konnten. Er sah und handelte ganz automatisch ohne groß darüber nachzudenken, was es ihm bringen könnte. In der Psychologie ist das die Schule der Achtsamkeit. Sie hilft uns Stress abzubauen und Gelassenheit zu entwickeln. Nicht immer das nächste Größere erleben zu wollen, sondern ein besonderes Augenmerk auf das Kleine zu legen. Das geht nicht von heute auf morgen – dazu braucht man viel Geduld. Achtsamkeit ist auch für eine geistliche Lebenshaltung ein wichtiges Schlüsselwort; es hat jedoch eine viel größere Bedeutungstiefe. Es geht darum mit der Wirklichkeit Gottes in Berührung zu kommen. Achtsamkeit gehört zu den wichtigsten Elementen einer spirituellen Lebenspraxis. Franz von Assisi lenkte seine Aufmerksamkeit vor allem auf das Kleine und Schwache. Sein neues Leben mit Gott begann, als er einem Leprakranken die Almosen nicht mehr hoch oben vom Pferd herunterwarf, sondern sich auf seine Augenhöhe begab und ihn sogar umarmte. Seitdem suchten seine Augen unentwegt, ob ein Bedürftiger seine Hilfe brauchte. Achtsamkeit war bei Franz von Assisi Liebe. In jedem Geschöpf entdeckte er Gott.

Das ist natürlich ein großes Ansinnen so zu werden wie Franz von Assisi. Aber ich hoffe, dass wir alle auch in den kleinen Dingen, die uns täglich umgeben Freude, Hoffnung und die Liebe Gottes finden können. Wir müssen nicht immer besser und größer sein, als alle anderen. Das versperrt uns den Weg zur Gelassenheit. Was halten Sie davon den Oktober zu nutzen um wie mein Lieblingsheiliger Franz von Assisi ganz bewusst das Kleine und Schwache in unserem Leben zu finden und es durch unsere Aufmerksamkeit zu etwas Großem werden zu lassen?

Ich wünsche Ihnen die Gelassenheit des Franz von Assisi, die uns ermutigen kann, alles Geschaffene als Bruder und Schwester anzunehmen und das uns mögliche für die Erhaltung unserer Geschwister in der Schöpfung zu tun.

Herzliche Segensgrüße,
Ihre Anja Schmidt (Gemeindeassistentin)