Herzlich Willkommen! | Das Portal unserer Kirche.

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Hand anlegen | Klinke des Portals zur Salvator-Kirche

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Feierlaune | Die Gemeinde feiert mit bunten Darbietungen und reichem Buffet den 50. Geburtstag unseres Pfarrers.

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Projektarbeit | Unsere Gemeinde begleitete den Weltjugendtag 2005 mit verschiedenen Projekten.

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Durchblick | Bleiglasfenster unserer Kirche.

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Willkommen | Der Vorplatz unserer Salvator-Kirche.

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Zeit zum Spielen | Auch unseren Kleinsten bieten wir Platz zum Spielen.

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Im Grünen | Unsere Grünanlagen laden zum Verweilen ein.

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Katholische Öffentliche Bücherei

Die Bücherei hat sonntags von 9.00 bis 11.00 Uhr geöffnet

und an jedem 2. Dienstag im Monat

laden wir Sie zur "Offenen Bücherei" von 20.00 bis 21.30 Uhr ein.

Besuchen Sie uns - die Ausleihe ist kostenlos.



 

Liebe Leserinnen und Leser!



am 10. Juli 2017 verstarb der Publizist und Schriftsteller Peter Härtling. 1933 in Chemnitz als Sohn eines Juristen geboren und dann bis 1941 in Hartmannsdorf, danach in Brünn und Olmütz aufgewachsen, hatte er das Kriegsende in Zwettl erlebt und war schließlich auf der Flucht mit seiner Schwester, der Mutter, Großmutter und einer Tante über Wien und Passau nach Nürtingen in Schwaben gebracht worden. Dort ging er zur Schule, arbeitete bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften als Redakteur und wurde 1967 Cheflektor beim S. Fischer Verlag in Frankfurt a. M. In diese Zeit fallen auch seine ersten schriftstellerischen Arbeiten. 1974 gab er die Verlagstätigkeit auf und arbeitete als freier Schriftsteller.


Romanbiographien über Hölderlin, Schubert, E.T.A. Hoffmann, Robert Schumann und Fanny Hensel entstanden, aber auch Gedichtbände, Romane und Kinderbücher. 2003 kamen unter dem Titel Leben lernen seine Erinnerungen heraus. Sie gerieten ihm zum Zeitbild der 30er Jahre in Brünn und Olmütz, ebenso wie zur Schilderung des literarischen Aufbruchs der jungen Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren.


  Die frühen Erinnerungen an Brünn, wo Deutsche und Tschechen, Juden und Christen friedlich zusammenlebten bis der Faschismus dieses Leben zerstörte, bilden auch den Hintergrund in seinem Roman Große, kleine Schwester (1998). Lea und Ruth, zwei eigentlich recht ungleiche Schwestern, verschlägt es (wie den Autor) von Brünn nach Schwaben. Durch die Zeitläufte gezwungen, verbringen sie fast ihr gesamtes Leben zusammen. Härtling erzählt aus der Perspektive der Ruth und lässt jeweils ein Kapitel in der Gegenwart und eines – durch die Erinnerungen – in der Vergangenheit spielen. Auf diese Weise rollt er das Bild einer ganzen Epoche auf.


Ebenfalls in diesem Jahr, am 25. Mai 2017, starb ein anderer Autor, der besonders durch seine Kinder- und Jugendbücher bekannt wurde: Willi Fährmann. 1929 in Duisburg geboren, studierte er nach einer Maurerlehre an der PH Münster, wurde Lehrer und Schulleiter in Xanten, wo er seit 1972 Schulrat war. Für die Zeitschrift forum der KJG war er jahrelang Schriftleiter.


Es mag verwundern, dass wir in Empfehlungen, die sich hauptsächlich an Erwachsene richten, auf einen Jugendbuchautor hinweisen, doch sind die Grenzen in mindestens einem Falle, seinem Roman Unter der Asche die Glut, fließend. Der Autor erzählt hier die Geschichte des Jugendlichen Christian, der stark in seiner Pfarrgemeinde und katholischen Jugendorganisationen bei Paderborn verwurzelt ist. 1933 stellt sich für ihn die Frage nach seinem künftigen Lebensweg: Wird er, wie er möchte, Zieglermeister werden können? Fährmann schildert auf geradezu beklemmende Weise die wachsende Macht der Nationalsozialisten, die Gleichschaltung der Gesellschaft, die Repressalien gegen Andersdenkende, die ständig zunehmende Unterdrückung. Er entwickelt ein vielschichtiges Bild der Zeit, zeigt, wie Risse bald durch Familien, Freundeskreise, Arbeitskollegien gehen zwischen Befürwortern und Gegnern der neuen Ideologie. In einer Zeit der Willkür und des Terrors muss sich sein Held entscheiden, ob er in seiner Heimat Deutschland noch eine Zukunft haben kann und will. Fährmann greift in diesem Roman auch die Geschichte der katholischen Jugendorganisationen während der Hitlerzeit auf, ein Thema, über das man sonst kaum etwas erfährt. Einige der handelnden Figuren sind Personen der Zeitgeschichte, was den Roman über reine Fiktion heraushebt. Es gelingt dem Autor ein hochinteressantes, spannend geschriebenes Buch, das den Leser schnell in Bann schlagen kann. 


Wir wünschen Ihnen mit diesen und anderen Büchern der beiden Autoren gute Unterhaltung. Es freut sich auf Ihren Besuch sonntags zwischen 9 und 11 Uhr in der Bücherei.

Ihr Büchereiteam

 

10. September 2017 rm

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